In der Klemme

Moody’s senkt Kreditwürdigkeit Griechenlands

Ausland
07.03.2011 11:32
Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Euro-Staats Griechenland kräftig herabgestuft. Die Bonität wurde um drei Noten von "Ba1" auf "B1" gesenkt, wie die Agentur am Montag mitteilte. Das griechische Finanzministerium konterte sogleich und erklärte, die schlechtere Beurteilung der Zahlungsfähigkeit sei völlig ungerechtfertigt.

Die Ratingagentur begründet die spürbare Herabstufung mit drei Faktoren: Zum einen bezweifelt Moody's, dass Griechenland seine "sehr ambitionierten" Konsolidierungsmaßnahmen tatsächlich umsetzen kann, zum anderen sieht die Agentur strukturelle Probleme auf der Einnahmenseite des Staates. Darüber hinaus verweist Moody's auf Unwägbarkeiten beim neuen europäischen Rettungsschirm nach 2013 und nennt das Risiko einer Umschuldung bestehender Staatsschulden. Die Agentur behielt sich zudem weitere Herabstufungen vor und belässt den Ausblick auf "negativ".

"Keine ausgeglichene und objektive Bewertung"
Das schuldengeplagte Griechenland geht nach der Kritik der Ratingagentur Moody's an seiner Kreditfähigkeit in die Offensive. Die schlechtere Beurteilung sei völlig ungerechtfertigt, so das Finanzministerium am Montag. Der Entscheidung liege keine objektive und ausgeglichene Bewertung der Lage in dem Euro-Land zugrunde. Der Schritt zeige vielmehr, dass Rating-Agenturen stärker kontrolliert werden müssten. "In Zeiten einer schwachen Weltwirtschaft und nervöser Märkte kann eine unausgewogene und ungerechtfertigte Entscheidung wie die von Moody's heute zu einer zerstörerischen, sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden."

Schlechte Bonitätsstufe erschwert Weg aus Schuldensumpf
Mit der schlechteren Bonitätsnote wird es für Griechenland noch schwieriger, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen. Neben den Risikoaufschlägen auf zehnjährige Anleihen des Landes verteuerten sich nach der Entscheidung auch die Kreditausfallversicherungen für fünfjährige Anleihen.

Ende der Woche beraten die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone darüber, wie Schuldenkrisen künftig vermieden werden könnten. Die Währungsgemeinschaft hat Griechenland im vergangenen Jahr massiv mit Krediten unter die Arme gegriffen und ist damit einem Staatsbankrott des Mittelmeerstaates zuvorgekommen.

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