23.08.2021 07:09 |

Angebot abgelehnt

Lokführer der Deutschen Bahn weiten Streik aus

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat Montagfrüh ihren Streik bei der Deutschen Bahn auch auf den Personenverkehr ausgeweitet. Bis Mittwoch früh, 2 Uhr, müssen sich Millionen Reisende nun auf massive Einschränkungen vor allem im Fernverkehr einstellen. Auch Verbindungen von und nach Österreich werden betroffen sein.

Die Deutsche Bahn scheiterte am Sonntag mit dem Versuch, den Streik im Personenverkehr noch abzuwenden. Sie erklärte sich bereit, über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten, eine der GDL-Forderungen, zu verhandeln. Die GDL sah darin jedoch ein „Scheinangebot“ und hielt an den Streikplänen fest.

Ein Viertel der Fernzüge soll fahren
Eine genaue Einschätzung der Auswirkungen sei erst nach dem Betriebsstart am Morgen möglich, teilte die Deutsche Bahn in der Nacht mit. Im Regional- und S-Bahnverkehr wird ein Fahraufkommen von etwa 40 Prozent der Bahnen erwartet. Das Unternehmen will rund ein Viertel der Fernzüge fahren lassen. Vor allem auf einigen Hauptachsen soll alle zwei Stunden ein Zug fahren. Doch das Angebot werde regional sehr unterschiedlich verteilt sein, hieß es. Zugausfälle und Verspätungen werden zur Regel.

Der Konzern geht davon aus, dass sich der Fernverkehr im Laufe des Mittwochs wieder normalisieren wird. Es ist bereits die zweite Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Vor rund zwei Wochen hat die Gewerkschaft bereits zwei Tage lang große Teile des Personenverkehrs lahmgelegt. Dieses Mal hatten die Reisenden allerdings länger Zeit, sich auf den Arbeitskampf einzustellen.

Streit um höhere Gehälter und Prämie
In dem Tarifstreit geht es unter anderem um mehr Geld für die Beschäftigten. Über die Höhe der künftigen Löhne und Gehälter sind sich beide Seiten einig: 3,2 Prozent mehr soll es geben. Aber über den Zeitpunkt der Auszahlung besteht Uneinigkeit. Offen sind außerdem Fragen zur Betriebsrente, die Höhe einer möglichen Corona-Prämie für die Beschäftigten sowie zum Einflussbereich der GDL.

Verbindungen von und nach Österreich betroffen
Der Streik wird voraussichtlich auch Verbindungen von und nach Österreich betreffen. Einige ÖBB-Nachtzüge über Deutschland fallen während des Streiks aus, Bahnverbindungen im Personen-Tagesfernverkehr von und nach Deutschland sind teilweise betroffen. Die ÖBB bitten die Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt über ihre geplanten Verbindungen in Scotty, der ÖBB-App oder beim ÖBB-Kundenservice unter 05-1717 im Voraus zu informieren.

Laut aktuellem Stand verkehren während des geplanten deutschen Bahnstreiks ICE-Züge über Passau nach Wien Hauptbahnhof in Österreich planmäßig, in Deutschland kommt es zu einem Ausfall. Bei den EC-Zügen Tauern/Ennstal über Salzburg kommt es voraussichtlich zu einem Ausfall im Bereich der Deutschen Bahn, eine Wende auf Gegenzug ist in Salzburg vorgesehen. Bei den EC-Zügen Zürich/München über Lindau können zwischen 6 und 18 Uhr einige Zugverbindungen - das sind die Züge 198, 97, 192 und 193 - mithilfe von ÖBB-Lokführern sichergestellt werden.

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