Der Samstag verspricht ideales Bergwetter, am Sonntag sollte es bis zum späten Vormittag trocken bleiben. Tirols Bergretter raten allen, die es auf die Hütten und Gipfel zieht, vor Tourbeginn unbedingt den Wetterbericht zu lesen. Kein Wunder: Zuletzt sind - gerade im Zillertal - mehrmals Wanderer in Bergnot geraten, die von Regen und heftigen Unwettern überrascht wurden.
Ulli Huber, Bezirksleiter der Bergrettung Schwaz und Ortsstellenleiter in Ginzling, hat den Einsatz von Montag noch im Kopf. Eine fünfköpfige deutsche Familie mit drei kleinen Kindern musste unterhalb des Furtschaglhauses aus einem Gewitter gerettet werden. „Das Lesen des Wetterberichts stellt den wichtigsten Punkt der Tourenplanung dar“, betont Huber. Diesen Punkt hat die Familie wohl übersprungen.
Zu wenig Hausverstand
Huber kritisiert generell, dass inzwischen viele Väter oder Mütter mit Kleinkindern und Babys in Kindertragen auf steilen Bergpfaden wandern. „Da fehlt der Hausverstand“, meint er. „Es macht eben einen Unterschied, ob ich mit der Trage im Flachland oder im Gebirge unterwegs bin.“
In Sachen Ausrüstung mangle es immer wieder am Schutz vor Wind und Wetter. „Die Kinder der Familie am Montag sind dafür ein Beispiel. Eine einfache Regenhaut nützt im Hochgebirge wenig, man benötigt unbedingt warme Kleidung für darunter.“
Gefahr von Hitzschlag
Nicht nur auf Gewitter gilt es am Wochenende zu achten, auch der Schutz vor der Sonne ist ein wichtiges Thema. Huber: „Wir werden vermehrt mit Fällen von Hitzschlag konfrontiert.“ Er rät dringend, ausreichend zu trinken und den Kopf zu bedecken – idealerweise mit einem Strohhut.
„Wer in Bergnot gerät, sollte nicht versuchen, irgendwie weiterzukommen, sondern rasch Hilfe holen, lange bevor die Dunkelheit einbricht“, betont Gregor Franke, Pressereferent der BR Tirol. Sonst seien langwierige, terrestrische Einsätze notwendig. Im Notfall rasch über die „SOS EU Alp“-App Alarm schlagen oder, wenn das Handy kein Netz findet, den Euronotruf 112 wählen. Mit auf Tour sollte stets ein Erste-Hilfe-Paket sein, wie es etwa die Bergrettung für Förderer anbietet.
Wanderer steckten fest
Einen „Vorgeschmack“ auf das Wochenende erhielt Donnerstagabend die Bergrettung Leutasch. Ein deutsches Paar steckte im Absturzgelände unter der Scharnitzspitze im Wetterstein fest. Die Bergretter und der Polizeihubschrauber brachten das Paar unverletzt ins Tal.
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