20.08.2021 14:00 |

Schönste Wanderrouten

Ein Höhenweg, der alle Mühen lohnt

Einer der schönsten Panoramawege des Montafons führt von der Bergstation der Versettlabahn bis zum Gipfelkreuz der Madrisella auf 2466 Metern Seehöhe.

Ausgangspunkt der heutigen Tour ist Gaschurn, wo es mit der Versettlabahn hinauf zur Bergstation geht. Während der Sommermonate empfiehlt es sich, mit der Tour gleich morgens zu starten, da die gesamte Strecke oberhalb der Baumgrenze entlang führt und daher keinen Schatten bietet. Von der Gondel führt der Weg gleich einmal recht steil bis zur Bergstation des Burglifts, welcher nur im Winter in Betrieb ist. Anschließend muss der Wanderer ein Geröllfeld mit großen, massiven Felsbrocken queren - nicht immer ist der markierte Pfad über die Steine hinweg leicht zu erkennen.

Die aufmerksamen Murmeltiere können sich jedoch genau merken, unter welchen der Gesteinsbrocken sich die Eingänge zu ihren Bauten befinden. Verharren die Tiere reglos auf den Felsen, dann sind sie dank ihrer Fellfarbe kaum von der Umgebung zu unterscheiden. Argwöhnisch beobachten sie die Wanderer, die sich über die kleine Steinwüste abmühen und stoßen ihre hellen Warnpfiffe aus, wenn ihnen einer zu nahe kommt. Bald ist dieser Teil des Weges geschafft und man folgt dem Wanderpfad unter der Lawinenverbauung vorbei weiter bergan. Schon jetzt beeindruckt der Blick ins Tal, Häuser und Fahrzeuge wirken wie bunte Miniaturgebilde.

Der Wanderer passiert einen kristallklaren kleinen See, der mitten in einem weiteren Geröllfeld liegt, und erreicht dann bald die Versettla (2372 Meter), den namensgebenden Aussichtspunkt für die Bergbahn. Der Blick fällt auf die nahe Verwallgruppe mit dem markanten Patteriol, einer der acht Dreitausender dieser Gebirgskette, der mitunter auch als „Matterhorn des Verwalls“ bezeichnet wird.

Beeindruckende Berglandschaft
Nach einer kurzen Verschnaufpause bei herrlichem Ausblick wird die Tour Richtung Madrisella fortgesetzt. Über den Matschuner Gratweg schreitet man durch eine beeindruckende Landschaft. Das Gipfelkreuz ist zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber bereits in Sichtweite. Wer einen Blick über seine Schulter wirft, kann als große türkise Fläche den Silvrettastausee auf der gegenüberliegenden Seite erkennen. Und wer den Blick entlang der steilen Berghänge schweifen lässt, erspäht vielerlei Blühendes: Kugelige Teufelskralle, Schafgarbe, Schweizer Löwenzahn, Enzian und etliches mehr.

Die Blüten locken mit ihrer Farbenpracht Insekten an, darunter auch Bläulinge mit ihren prächtig schimmernden Flügeln. Weltweit gibt es über 5000 verschiedene Arten, in Europa kommen davon etwa 140 vor. Die Männchen der europäischen Vertreter haben meist eine blau gefärbte Flügeloberseite - daher der Name Bläuling. Die Flügelunterseite trägt bei vielen Arten ein Muster aus dunklen, zum Teil umrandeten Flecken. Die Falter sind tagaktiv, ihre Flügel klappen sie in Ruheposition meist zusammen und machen sich auf diese Weise fast unsichtbar.

Die Raupen eines Großteils der Bläulingsarten leben mymekophil, also von oder mit Ameisen. Sie bringen diese dazu, sie für Ameisenlarven zu halten, sodass sie von ihnen gefüttert oder beschützt werden. Da viele dieser Falter hoch spezialisiert sind, reagieren sie auf Eingriffe in ihre Lebensräume sehr empfindlich. Fast alle Bläulinge Mitteleuropas gelten als gefährdet. In den heimischen Bergen sind einige Vertreter dieser Gruppe glücklicherweise noch häufiger anzutreffen. So können sie auch entlang des Weges zum Gipfelkreuz der Madrisella beobachtet werden.

Grandioser Weitblick
Der Matschuner Gratweg geht schließlich in eine Steilstufe über, die die letzten Höhenmeter hinauf zum Ziel führt. Von der Madrisella mit ihren 2466 Metern Seehöhe bietet sich ein grandioser Weitblick, beispielsweise hinab ins Novatal.

Nach einer ausgiebigen Rast hat man die Möglichkeit, denselben Weg retour zu wählen oder über das Matschuner Joch und dann über die Alpe Nova zurück zur Versettlabahn zu marschieren. Die Tour wird dann jedoch entsprechend länger. Direkt gegenüber der Bergstation kann man den Ausflug in der Nova Stuba gebührend ausklingen lassen.

Tüpfel-Enzian

Der Tüpfel-Enzian, auch Punktierter Enzian genannt, gedeiht in europäischen Gebirgen. Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 20 bis 60 Zentimeter. Ihre Blütezeit erstreckt sich je nach Standort von Juli bis September. Der Tüpfel-Enzian kommt in Höhenlagen bis zu 3000 Metern vor und bevorzugt saure, kalkarme Böden. Gerne wächst er an Fleckchen, die im Frühjahr lange schneebedeckt waren. Die unterirdischen Pflanzenteile werden ähnlich wie jene des Gelben Enzians arzneilich sowie zur Schnapsherstellung verwendet.

Rubina Bergauer
Rubina Bergauer
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