14.07.2021 17:00 |

Selbstüberschätzung

Tirols Bergretter jetzt wieder im Dauereinsatz

Die Tiroler Bergrettung hat derzeit im wahrsten Sinn des Wortes alle Hände voll zu tun. „Die Zahl der Einsätze steigt, allein am Wochenende gab es rund 40 Alarmierungen“, sagt Landesleiter Hermann Spiegl. Die Hitze machte vielen zu schaffen, im Wetterstein starb ein deutscher Wanderer an Herzversagen.

Trauriger Einsatz für die Bergrettung Leutasch am Montagabend: Nach einer Bergtour kollabierte ein Deutscher (62) knapp unterhalb der Wettersteinhütte aufgrund von Herzversagen und stürzte über die Böschung des Forstwegs. Der Mann konnte vom verständigten Notarzt nicht mehr reanimiert werden, die BR Leutasch transportierte den Leichnam ins Tal.

Schon am Nachmittag war eine Deutsche (57) beim Abstieg von der Olperer Hütte in den Zillertaler Alpen auf einem Stein ausgerutscht. Die Frau zog sich schwere Verletzungen am rechten Sprunggelenk zu. Die BR Ginzling rückte aus, der Notarzthubschrauber flog die Deutsche schließlich ins KH Schwaz. 

Einsätze in Eisenwegen
Ein besonderes Problem stellen auch heuer wieder die Klettersteiggeher dar: Laut Statistik der Leitstelle Tirol mussten 2021 bereits 39 Personen aus Eisenwegen geborgen werden. In 19 Fällen handelte es sich um unverletzte Alpinisten, die – vielfach aus Überforderung – feststeckten. 20 Klettersteiggeher haben sich auf Eisenwegen verletzt, sodass die Rettungskräfte sie bergen mussten. Ein spezieller Hotspot hat sich bisher noch nicht herauskristallisiert.

Wer in einem Eisenweg feststeckt, muss sich ganz besonders vor Gewittern schützen. „Frühzeitiger Start ist derzeit außerordentlich wichtig – nicht nur wegen der Hitze“, mahnt BR-Landesleiter Spiegl. Generell würden sich manche Bergfexe zu viel zumuten.

Frühzeitig trinken
Wenn nach einigen Tagen Pause die Sommerhitze wiederkommt, gilt am Berg die Devise: Trinken, trinken, trinken! „Sobald man Durst verspürt, hat sich die Leistungsfähigkeit bereits um 20 bis 30 Prozent verringert“, sagt Bergrettungslandesarzt Sepp Burger. Er rät außerdem dazu, eine Kopfbedeckung zu tragen und sich mit Sonnenschutzmitteln einzucremen - selbst wenn sich der Himmel leicht bedeckt zeigt. „Bei Kindern gilt es, ganz besonders darauf zu achten“, weiß Kinderarzt Burger.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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