10 Tote bei Zugdrama
D: Lokführer hat zwei Haltesignale übersehen
Bei dem frontalen Zusammenstoß eines Güterzugs mit einem Nahverkehrszug wurden am Samstagabend gegen 22.30 Uhr zehn Menschen getötet, 23 weitere verletzt. Bisher konnten nur zwei Personen - ein 63-Jähriger und eine 74-Jährige - zweifelsfrei identifiziert werden. Zwei Menschen schweben aufgrund ihrer schweren Verletzungen noch in Lebensgefahr, darunter ein zehnjähriges Mädchen. 13 Personen wurden bereits aus dem Krankenhaus entlassen.
Keine Österreicher unter Opfern
Zwei Georgier, eine portugiesische und eine brasilianische Staatsangehörige befinden sich unter den Verletzten. Hinweise auf Österreicher unter den Opfern liegen beim österreichischen Außenministerium nicht vor.
Die Identifizierung der Toten gestaltet sich schwierig, weil viele Passagiere keine Ausweispapiere dabeihatten. Unter den Toten sollen der Zugführer und eine Zugbegleiterin des Regionalexpresses sein. Der Personen- wurde vom Güterzug komplett aus dem Gleisbett auf den angrenzenden Acker geschleudert. Der Güterzug kam erst etwa 500 Meter nach der Kollision auf den Schienen zum Stehen. Der Knall des Zusammenstoßes soll noch im sieben Kilometer entfernten Oschersleben gehört worden sein.
Der Personenzug war planmäßig auf der Fahrt von Magdeburg nach Halberstadt unterwegs, als es zu dem Unglück kam. Der Güterzug mit Kalk an Bord war in der Gegenrichtung unterwegs. "Der von der zweigleisigen Strecke aus Richtung Halberstadt kommende Güterzug passierte am Samstagabend sowohl das Einfahrvorsignal in der Stellung 'Halt erwarten' sowie das anschließende Halt zeigende Hauptsignal B, ohne diese zu beachten", heißt es in einem Bericht des deutschen Verkehrsministers Peter Ramsauer an den Verkehrsausschuss des Bundestages.
Merkel und Westerwelle bestürzt
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle regierten bestürzt auf die Unglücksnachricht. Merkel sagte in Berlin: "Meine Gedanken sind bei den trauernden Familien der Opfer. Ihnen gilt mein aufrichtiges Mitgefühl. Den Verletzten wünsche ich eine schnelle und vollständige Genesung." Die Kanzlerin fügte hinzu: "Ich vertraue darauf, dass alles getan wird, die Ursache für dieses schreckliche Unglück aufzuklären." Westerwelle übermittelte ebenfalls seine "Trauer" und sein "Mitgefühl". Zugleich würdigte der Vizekanzler die "bewundernswerte Leistung" der Rettungskräfte.
Die Unfallstelle wurde bereits komplett geräumt. Der Personenzug wurde zerlegt und für weitere Untersuchungen abtransportiert. Wann die Bahnstrecke allerdings wieder freigegeben wird, steht noch nicht fest. Auf der Strecke ist Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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