Scharfe Kurven, strahlend blaue Augen und eine besonders "gemeine" Waffe im Halfter. Die fesche Patrizia aus Heiligeneich in Niederösterreich sorgt in der Kitzbüheler Innenstadt am Hahnenkamm-Rennwochenende für Recht und Ordnung. Ihre Waffe ist ein Alkomat, wie ihn auch die Polizei dabei hat.
Das Ziel - Betrunkene - fest im Auge, streift Patrizia mit ihren 15 Kolleginnen der Promille-Patrouille durch die Gamsstadt und lockt zur freiwilligen Alkohol-Kontrolle (Preis: 3,50 Euro). Patrizia weiß, wie sie es anstellt. Keine fünf Sekunden unterwegs, tummeln sich die ersten "Opfer" bereits um die Blondine. Eine Gruppe Italiener stürmt auf sie zu: "Ciao, Bella!" Sie wollen unbedingt ins Röhrchen blasen. Ein Ziehharmonika-Spieler unter ihnen hat schon kurz nach Mittag knapp zwei Promille.
Der Job als Alkomat-Sheriff ist für die 18-Jährige etwas ganz Besonderes: "Ich verzichte sogar aufs Lernen, obwohl ich am Mittwoch Mathe-Schularbeit habe", gesteht sie etwas verlegen. Allerdings besteht bei ihr keine Gefahr: "Ich bin eine sehr gute Schülerin."
Als Prinzessin unterwegs
Die Niederösterreicherin genießt an diesem Wochenende besonderen Status unter den Alkomat-Sheriffs. Sie ist nämlich von Internet-Nutzern zur Promille-Prinzessin gewählt worden. Daher darf sie auch standesgemäß im Schloss Münichau residieren und bei den heißesten Partys dabei sein. Dort entkommen ihr nicht einmal die Promis: Am Freitag musste Ski-Ass Stephan Görgl zum Alk-Test. Er hatte vorbildliche 0,0 Promille.
Standesgemäß hoch ist auch der Rummel um Patrizia: Medien aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, Radio, TV und Zeitungen – alle wollen ein Interview oder zumindest ein Foto haben. Patrizia selbst nimmt es mit einem Lächeln in die Kameras.
Keine Saufwettbewerbe
Doch abseits des Rummels "ist es auch ein harter Job", weiß sie. Tausende Männer und Frauen werden bis zum Sonntag bei ihr ins Röhrchen blasen. Das bedeutet viele Stunden in der Eiseskälte und lange Fußwege. Zudem muss sie sich auch permanent mit Betrunkenen herumschlagen. "Mein Ziel ist es, sie vom Fahren abzuhalten. Da muss man oft lange diskutieren", erklärt sie. Und nicht immer gelingt das. Denn nicht selten werden aus den freiwilligen Alkomat-Tests Saufwettbewerbe. "Dafür geben wir uns aber nicht her!"
von Manuel Diwosch und Andreas Moser, Tiroler Krone
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