12.05.2021 09:00 |

2019 letzter Überfall

Tirol: Bankraub ist Kriminellen derzeit zu „heiß“

Was geschah am 31. Juli 2019 in Innsbruck? An dem Tag musste die Polizei zum bislang letzten Banküberfall in Tirol ausrücken. Blickt man auf die Jahre bis 2010 zurück, so hat es fast den Anschein, als wäre „Bankraub“ eine aussterbende „Sparte“. Kein Wunder: Von 23 Überfällen konnten die Kriminalisten nicht weniger als 18 klären!

2010 war das bisher letzte arbeitsintensive Jahr in Sachen „Bankraub“ für Albert Maurer und sein Team des Ermittlungsbereichs „Raub“ im Landeskriminalamt. Damals gab es gleich sechsmal „Bankraubalarm“ in Tirol. Freilich – alle dieser Straftaten wurden geklärt.

Hohe Aufklärungsrate
Die hohe Aufklärungsrate ist laut Maurer wohl einer der Gründe, warum potenzielle Räuber inzwischen um Banken einen weiten Bogen machen. „Die Sicherheitstechnik der Banken hat sich stark verbessert, ebenso die Kriminaltechnik“, betont Maurer. Dadurch seien Täter leichter auszuforschen. Außerdem hätten Präventivmaßnahmen der Geldinstitute das Risiko für Räuber deutlich erhöht. Das steht daher nun in keiner für sie günstigen Relation mehr zu einer – in der Regel – sehr mageren Beute.

Diese Tatsache schreckte im Juli 2019 aber den Italiener nicht ab, der die Raika am Innrain in Innsbruck überfiel. Ein schwerer Fehler: Er wurde wenige Tage später im Zuge einer grenzüberschreitenden Fahndung in Süditalien gefasst.

Abhängigkeiten, finanzielle Notsituationen oder organisierte Kriminalität – die Palette an Gründen bzw. Motiven für solche Straftaten ist groß. Und auch bei den Nationalitäten der Räuber gibt es ein breites Spektrum. Manche – wie der Italiener – reisen extra aus dem Ausland an.

„Rentiert“ sich nicht
Kein Überfall im Jahr 2016, drei im Jahr darauf, einer 2018, zwei 2019 und keine 2020 und bisher 2021 - Bankraub scheint sich tatsächlich nicht mehr zu „rentieren“. Von einer Tendenz will Maurer dennoch nicht sprechen. Denn tritt ein Serientäter auf, zeigt die Statistik rasch ein anderes Bild.

Zitat Icon

Die Klärung von Raubüberfällen ist auch für die Bankmitarbeiter wichtig. Einige können erst dann das Erlebte aufarbeiten.

Albert Maurer, LKA Tirol

Stichwort „Serientäter“: Maximal acht Banküberfälle gingen in Tirol bisher auf das Konto eines einzigen Täters. Freilich: Der sogenannte „Postkartenräuber“, der in Vorarlberg und Deutschland in neun Jahren 14 Überfälle auf Banken bzw. Postfilialen verübte, entpuppte sich als Tiroler. „Bankraub“ scheint übrigens eine rein männliche Domäne zu sein. „Ich erinnere mich in den vergangenen zehn Jahren an keine Frau als Täterin“, sagt Maurer.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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