Es ist ein wichtiges Geleit, das Vinzenz Jobst dem Prachtband über Karl Truppe voranstellt. Es erzählt vom Aufgehen eines virtuosen Künstlers in der „Schönmalerei“ und vom Ausblenden sozialer Missstände und politischer Verbrechen, denen (auch) Truppe gewahr sein musste. „Eine Betrachtung seines künstlerischen Schaffens von Gerfried Laske und Maria Truppe“ verschränkt Leben mit Werk.
Und wieder hat sich Galerist Wilfried Magnet mit einem kunstaffinen Freund zusammengesetzt, der die „lange überfällige Idee einer Truppe-Monigrafie“ seit gut einem Jahrzehnt mit sich trug. Und weil „Kunsthistoriker, die noch Bücher schreiben, rar gesät sind“, hat sich der pensionierte Villacher Chirurg Gerfried Laske an den Schreibtisch gesetzt und „drei Jahre lang in Worte gefasst, was mir Maria Truppe über ihren Ehemann erzählt hat.“
Viktringer Kreis
Das Ergebnis ist ein penibel recherchiertes Porträt „als schönstes Geschenk, das ich mir selbst zum 75. Geburtstag gemacht habe“, das mit großem Fachwissen aufwartet und alle Schaffensperioden des Lehrersohns aus Radsberg bei Klagenfurt beleuchtet, der in Viktring seine Jugend verbrachte, wo er durch den „Viktringer Kreis“ gewichtige Unterstützung erfuhr.
Portraits, Landschaftsmalerei und mehr
Von den Grundzügen formaler Arbeit über Porträts, Landschaftsmalereien, Stillleben und Kriegsbildern bis hin zu Studien, Skizzen Aktmalereien, allegorische Darstellungen und Genrebildern reicht die breite Palette der Betrachtung in Wort und Bild, die Truppes meisterhaftes Können als Maler und Zeichner ebenso offenbart wie seine idyllisch-verklärte Weltsicht, die höchstens heimwehgeplagte Soldaten hinterfragen.
Nachzuschauen bis 29. Mai bei Magnet im Klagenfurter Palais Fugger und im Buch (36 Euro), das u. a. bei Heyn erhältlich ist.
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