08.05.2021 12:27 |

Eine Minute nach Stich

Wien: Lebensrettung nach allergischer Impfreaktion

Dramatischer Zwischenfall in einer Impfbox im 21. Wiener Gemeindebezirk am Freitag: Nach einer Minute im Wartebereich teilte ein mit dem Präparat von Biontech/Pfizer gegen Corona geimpfter Mann (Jahrgang 1966) mit, dass „es ihm nicht gut geht“, wie die Wiener Ärztekammer berichtete. Die anwesende Ärztin erkannte eine allergische Reaktion und handelte goldrichtig. Der Patient konnte bereits am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Mittlerweile haben 2,62 Millionen Impfwillige in Österreich den ersten Stich bekommen.

Der Patient hatte Krampfgefühle in der rechten Hand, im rechten Fuß und im Kiefergelenk entwickelt. Der Blutdruck schnellte in die Höhe. Die anwesende Medizinerin setzte sofort einen Venenzugang und verabreichte Cortison sowie ein Antihistaminikum. Für den Fall einer weiteren Verschlimmerung wurde auch ein sogenannter EpiPen in Bereitschaft gehalten. Durch das rasche Einschreiten der Ärztin konnte der Patient stabilisiert werden. Nach 20 Minuten hatte sich sein Zustand verbessert, er wurde in weiterer Folge ins KH Nord zur Beobachtung und weiteren Versorgung eingeliefert. Am Samstag konnte er wieder entlassen werden.

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Das schnelle, lehrbuchartige Vorgehen hat diesem Mann das Leben gerettet.

Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart

Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart bedankte sich bei der professionell agierenden Ärztin und dem Team vor Ort: „Das schnelle, lehrbuchartige Vorgehen hat diesem Mann das Leben gerettet. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen, die in ihrer täglichen Arbeit zeigen, dass sich die Menschen in unserem Land auf ihre Ärztinnen und Ärzte verlassen können.“

Absage an Impfungen ohne ärztliche Kontrolle
Steinhart: „Auch wenn derartige Fälle äußerst selten vorkommen, sind sie nicht auszuschließen. Wenn es aber passiert, wissen Ärztinnen und Ärzte, was zu tun ist. Sie sind dafür ausgebildet, um akut zu helfen.“ Der immer wieder erhobenen Forderung, auch in Apotheken ohne Anwesenheit ärztlichen Personals zu impfen, erteilt Steinhart erneut eine klare Absage: „Uns geht es als Ärzteschaft ausschließlich darum, dass Impfungen in Apotheken ohne Anwesenheit von Ärztinnen oder Ärzten lebensgefährlich sein können und daher strikt abzulehnen sind.“

Friedrich Schneeberger
Friedrich Schneeberger
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