04.05.2021 07:51 |

Brücke eingestürzt

U-Bahn-Unglück: Tote und Verletzte in Mexiko-Stadt

Bei einem schweren U-Bahn-Unglück in Mexiko-Stadt sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere wurden verletzt. Die Tragödie ereignete sich, als in der Nacht auf Dienstag eine Brücke einstürzte und dadurch mehrere Waggons der U-Bahnlinie 12 auf eine stark befahrene Straße fielen, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen ist.

Ein dramatisches Video des Lokalsenders Milenio TV zeigt, wie die Brücke gegen 22.30 Uhr Ortszeit in der Nähe der Station Olivos im Südosten der mexikanischen Hauptstadt auf einen Strom von Autos stürzte und dabei dichte Staub- und Schuttwolken aufwirbelte. Andere Bilder zeigen mindestens zwei Waggons, die gefährlich von der kollabierten Überführung herabhängen, während Feuerwehrleute und Sanitäter zunächst mit Leitern versuchen, sie zu erreichen.

Nach Angaben der Behörde für Risikomanagement und Katastrophenschutz wurden bei dem Unfall 23 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Bürgermeisterin Claudia Sheinbaum schrieb auf Twitter, sie sei unterwegs zum Ort des Vorfalls am Bahnhof Olivos am südöstlichen Rand der Metropole. Am Unglücksort versammelten sich auch viele Passanten.

Unter den Todesopfern seien auch Kinder, sagte Sheinbaum. 49 Verletzte seien zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden. Sieben von ihnen seien in einem „ernsten Zustand“, schilderte die Bürgermeisterin. Sie hatte anfangs von insgesamt rund 70 Verletzten gesprochen.

Eine Autofahrerin meldete sich via Twitter direkt vom Unfallort: Sie stehe unter Schock - der Zug sei auf ihrem Auto gelandet. Sie habe nur mit Glück überlebt, schrieb sie (siehe Tweet unten).

Gefährliche Rettungsaktion
Lokale Fernsehsender zeigten Dutzende Feuerwehrleute und Rettungshelfer am Unglücksort. Sie versuchten, Menschen aus Schutt, Kabeln und verbogenem Stahl zu befreien: Sie mussten ihre Arbeiten aber kurz nach dem Unfall unterbrechen, weil die Gefahr bestand, dass noch mehr Teile der Bahn-Überführung und weitere Waggons der U-Bahn auf die Straße stürzen könnten, wie die Behörden erklärten.

Ein Kran wurde herangeschafft, um die Waggons zu stabilisieren, damit die Retter ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten, wie Sheinbaum erläuterte. Es sehe so aus, dass ein Träger nachgegeben habe, als die U-Bahn über die Brücke gefahren sei. Die genaue Unglücksursache müsse aber noch untersucht werden.

Anwohner schon lange wegen Brücke besorgt
Berichten zufolge hatten Anwohner bereits vor Jahren Schäden an Pfeilern entlang der Strecke der U-Bahnlinie 12 angeprangert. Es hatte demnach auch Vorwürfe der Korruption beim Bau der Strecke gegeben. 2014, schon kurz nach der Einweihung der Linie, war der Betrieb für Reparaturen monatelang unterbrochen worden.

„Verantwortlichkeiten müssen geklärt werden“
Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard nannte den Einsturz eine „schreckliche Tragödie“ und sagte den Opfern und deren Familien seine Solidarität zu. „Natürlich müssen die Ursachen untersucht und die Verantwortlichkeiten geklärt werden“, teilte er mit. Und: „Ich wiederhole, dass ich den Behörden zur Verfügung stehe, um zu helfen, wo immer es nötig ist.“ Ebrard war von 2006 bis 2012 Regierungschef des Bundesdistrikts Mexiko-Stadt.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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