Risikokapital-Report

So viel Geld gab es 2020 für Österreichs Start-ups

Wirtschaft
25.04.2021 11:39

Österreich ist im Coronajahr 2020 bei Start-up-Finanzierungen im europäischen Vergleich auf Platz 16 gelandet. Die Gesamthöhe der öffentlich bekannten Finanzierungsrunden stieg hierzulande von 183 auf 212 Millionen Euro, geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervor.

Zum Vergleich: Im Spitzenreiter-Land Großbritannien sammelten Start-ups 13,9 Milliarden Euro ein, gefolgt von Deutschland mit 5,3 Milliarden Euro und Frankreich mit 5,2 Milliarden Euro.

45,6 Millionen Euro für Kryptobörse Bitpanda
Die höchste Finanzierung in Österreich erhielt im vergangenen Jahr die Krypto-Handelsplattform Bitpanda mit 45,6 Millionen Euro, gefolgt von der Bau-App-Firma Planradar mit 30 Millionen Euro und dem Marketingdaten-Start-up Adverity mit 26,3 Millionen Ebenfalls eine zweistellige Millionensumme von Investoren bekam der Internet-Marktplatz für generalüberholte Produkte refurbed mit 15 Millionen Euro und das BioTech-Startup OncoOne mit 13 Millionen Euro.

Viele kleine Finanzierungen
Bei der Zahl der Finanzierungen lag Österreich im Europa-Vergleich auf Platz 9, sie stiegen deutlich von 88 (2019) auf 145 (2020). Es habe sich der Trend fortgesetzt, dass es in Österreich viele kleine Finanzierungen gebe, so der Start-up-Experte von EY, Florian Haas, in einer Aussendung. Die zehn größten Finanzierungen in Österreich hatten laut EY 2020 ein Durchschnittsvolumen von knapp 17 Millionen Euro, in der Schweiz von 67 Millionen Euro und in Deutschland von 154 Millionen Euro.

So viel wie noch nie für Europas Start-ups
Europäische Start-ups sammelten im vergangenen Jahr laut EY-Erhebung so viel Risikokapital ein wie noch nie. Das Finanzierungsvolumen belief sich auf 36,5 Milliarden Euro, das sind 17 Prozent mehr als 2019. Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg gegenüber 2019 um 2447 bzw. 58 Prozent auf den neuen Höchstwert von fast 6700 Deals.

EY wertet Meldungen über Finanzierungsrunden ohne Anspruch auf Vollständigkeit aus. Es werden nur Start-ups berücksichtigt, die nicht älter als zehn Jahre sind. Ausnahmen sind solche Unternehmen, deren Gründungsjahr nicht bekannt ist, oder die trotz eines höheren Alters in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin als Start-ups gelten. Finanzierungsrunden ohne konkreten Betrag wurden ebenfalls gezählt.

2021 dürfte weiteres Rekordjahr werden
2021 wird wohl für die österreichische Start-up-Szene zu einem Rekordjahr. Bitpanda bekam im März mit 170 Millionen Euro das bisher höchste Investment und meldete als erstes Start-up in Österreich eine Firmenbewertung von einer Milliarde Euro. Ebenfalls im März steckten Investoren rund 70 Millionen Euro in die heimische Nachhilfeplattform Go Student. Das Start-up vermittelt Nachhilfelehrer für Online-Einheiten.

„Für das Start-up-Ökosystem in Österreich wäre es sehr wichtig, dass Großinvestitionen keine Ausnahme bleiben“, sagte der EY-Experte Haas. „Für eine internationale Skalierung und den länderübergreifenden Erfolg braucht es eine gut gefüllte Kassa für Investitionen, die momentan nur einzelne heimische Start-ups haben.“

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