25.04.2021 09:00 |

Entdeckungsreise

Die besten Abenteuer erlebt man zu Hause!

Der vierfache Lesachtaler Paralympics-Teilnehmer Michi Kurz nutzt die Coronazeit, um seine Heimat neu zu entdecken. Seine Idee: Mit dem Mountainbike alle Orte und sämtliche Weiler einer Gemeinde besuchen. Michi startete die Entdeckungsreise in Kötschach-Mauthen

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Kötschach-Mauthen liegt abseits des Zentralraums im Südwesten Kärntens und ist umgeben von mächtigen Bergen und einer atemberaubenden Natur. Hier zu leben ist Luxus. Doch um alle 31 (!) Orte und Weiler der Marktgemeinde zu besuchen, braucht es nicht nur Ausdauer, sondern auch kräftige Beinmuskeln.

„Viele der oft weit auseinander und abseits gelegenen Orte kannte ich davor gar nicht“, so der Lesachtaler Michi Kurz, „also dachte ich mir, schau sie dir einfach an!“

Michi schwang sich in den Sattel seines Mountainbikes und trat in die Pedale. Er schaute vorbei in Aigen, Buchach, Dobra oder in Kosta, in Krieghof sowie Nischlwitz. Immer wieder steil bergauf. Auf den Gailbergsattel ebenso wie auf den Plöckenpass und natürlich wieder zurück, bis er sich nach 7 Stunden und 23 Minuten ein kühles, köstliches Loncium-Bier gönnt, das in Mauthen mit viel Engagement und Leidenschaft gebraut wird. Michis Garmin GPS-Uhr zeigt nach der Biketour stolze 132 Kilometer und 4804 Höhenmeter, die er alleine auf den öffentlichen Straßen und Wegen im Gemeindegebiet von Kötschach-Mauthen zurück gelegt hat. Respekt!

Ein Abenteuer vor der Haustür und eine gute Idee zum Nachfahren - egal ob mit oder ohne elektrischen Rückenwind. Michi hat jedenfalls eine starke Zeit vorgegeben und auch schon in seiner Heimatgemeinde, dem Lesachtal, alle Ortschaften mit dem Bike besucht.

Michi selbst ist in der Sportszene alles andere als ein Unbekannter. Der sympathische Lesachtaler aus St. Lorenzen zählte zu den weltbesten Skibergsteigern bevor er sich 1999 bei der Pierra Menta, einem viertägigen Skitourenbewerb über 10.000 Höhenmeter in Frankreich, einen Halswirbelbruch zuzog. Michi ist seither inkomplett querschnittgelähmt.Niemals aufgebenIn kleinen Schritten kämpfte sich der heute 48-Jährige und dreifache Familienvater aus dem Rollstuhl wieder heraus, nahm seither erfolgreich als Radfahrer und Langläufer an vier Paralympics teil und beendete 2015 die Pierra Menta, die ihn 16 Jahre zuvor so schwer aus seinem Leben geworfen hatte.

„Heute bin ich stressfrei, starte nur noch für den guten Zweck und bin ,Wings for Life‘-Botschafter, also für jene weltweite Initiative, die sich das Ziel gesetzt hat, Querschnittlähmung als Folge von Rückenmarksverletzungen heilbar zu machen“, erzählt Michi Kurz, der selbst ständig aktiv sein muss, um nicht wieder zurück in den Rollstuhl zu müssen. Immer wieder setzt sich der Lesachtaler dafür neue Ziele. Einmal läuft er spontan über die Gailtaler Alpen, besteigt dann serienweise Lesachtaler Berggipfel mit Tourenskiern im Winter oder gibt stundenlang Vollgas auf dem Mountainbike. Michis Motto ist eben „niemals aufgeben“: „Aber ich hatte auch immer ein bisschen Glück.“ 

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