16.04.2021 10:00 |

Frühjahrsputz

„Leider sehen viele die Straßen als Müllplatz“

Der große Frühjahrsputz auf den Tiroler Autobahnen und Landesstraßen hat begonnen. Doch als wäre die normale Straßenreinigung nicht Arbeit genug, sorgen rücksichtslose Müll-Sünder für zusätzliche und gefährliche Einsätze. Die Mitarbeiter von Asfinag und Land sammeln insgesamt 2000 Tonnen Müll im Jahr ein - viel davon mit der Hand. Der Abfall ist oft eine Gefahr für Umwelt, Reinigungstrupps und Autofahrer. 

Nicht die Heinzelmännchen, sondern die Mitarbeiter der vier Tiroler Autobahnmeistereien sammeln ein, was in den Müllkübeln auf Parkplätzen landet. Aber auch das, was Verkehrsteilnehmer achtlos - oder bewusst - einfach auf die Straße werfen. „1000 Tonnen haben wir im Vorjahr in Tirol eingesammelt. Durch die Lockdowns etwas weniger als im Jahr davor“, nennt Asfinag-Regionalleiter Klaus Gspan eine erschreckende Zahl. Und Gspan berichtet davon, dass es Abschnitte im 223 Kilometer langen Tiroler Autobahnnetz gibt, „die besonders oft als Müllplatz herhalten müssen“. Der Regionalleiter erwähnt den Großraum Innsbruck: „Hier orten wir vermehrt Mülltourismus. Da wird Bauschutt, Mobiliar oder säckeweise Restmüll auf Parkplätzen und neben der Fahrbahn entsorgt.“

Fässer mit 1600 Liter Altöl auf Parkplatz
Jüngstes Extrembeispiel: 1600 Liter Altöl in großen Fässern wurden bei Nacht und Nebel auf einem Autobahnparkplatz bei Matrei am Brenner abgeladen. „Für uns ist der Entsorgungsaufwand enorm. Es geht dabei ja auch um eine akute Umweltgefährdung. Dreistigkeiten wie diese machen uns schon sprachlos“, sagt Gspan und kommt dann auf eine weitere Gefahr zu sprechen: „Für die Mitarbeiter der Asfinag sind die Reinigungsarbeiten oft eine sehr heikle Aufgabe, weil sie ja direkt neben der Fahrbahn unterwegs sein müssen. Wir haben Hilfsmittel, aber rund ein Viertel des Mülls muss händisch eingesammelt werden.“ Menschen – nicht Heinzelmännchen – sind dafür unterwegs.

Mehr als 1,2 Mio. Euro Kosten für das Land
Auch auf den Landesstraßen fallen jedes Jahr 1000 Tonnen Müll an. Die Kosten für die Entsorgung sind enorm: Mehr als 1,2 Millionen Euro muss das Land jedes Jahr für Personal- und Sachaufwand reservieren. Auch die Mitarbeiter der Landesstraßenmeistereien berichten von weniger Müll auf Durchzugsstraßen durch die Reisebeschränkungen. Dafür falle auf zahlreichen Parkplätzen zum Teil deutlich mehr Abfall an. Weil Gastbetriebe geschlossen sind, wird mehr auf Parkplätzen gegessen – so lautet eine Vermutung. Nach dem Picknick landet leider viel Mist neben dem Mülleimer.

Eine Plastikflasche als Unfallursache
Nicht nur Umwelt und Reinigungstrupps sind durch achtlos Weggeworfenes unnötig in Gefahr, sondern auch Verkehrsteilnehmer. Eine aufgewirbelte Zeitung oder Kunststoffflasche hat schon für so manche brenzlige Situation gesorgt. Gspan appelliert, das alles zu bedenken. Der Frühjahrsputz auf Tirols Straßen ist auch ohne Müll-Sünden eine aufwändige Sache.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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