Weitere Regenfälle

Verheerende Lage in Australien – 40 Orte unter Wasser

Ausland
06.01.2011 12:24
Nach neuen Regenfällen hat sich die Hochwasser-Situation in Australien weiter verschärft. Die Wassermassen greifen nach der Jahrhundertflut auf immer mehr Orte über, Behörden meldeten am Mittwoch bereits 40 betroffene Regionen. Der Höhepunkt des Hochwassers scheint aber überschritten. In der überfluteten Stadt Rockhampton (Bild) erwarteten Meteorologen keinen weiteren Anstieg des Wassers im Fluss Fitzroy.

"Das sind sehr gute Nachrichten", sagte Bürgermeister Brad Carter dem Sender Nine Network. Es werde jedoch eine lange Zeit dauern, bis sich die Verhältnisse wieder normalisierten.

Das Ausmaß der Überschwemmungen sei in der Geschichte des Landes beispiellos, der wirtschaftliche Schaden für die Stahlindustrie und die Landwirtschaft immens, sagte die Regierungschefin des am schlimmsten betroffenen Bundesstaats Queensland, Anna Bligh. Zudem seien Dutzende Bergwerke, Eisenbahntrassen und Häfen überflutet. 

Wasserstand in Rockhampton steigt weiter
Für den Tagesverlauf rechneten die Behörden in der von der Außenwelt abgeschnittenen Stadt Rockhampton damit, dass der Pegel des Fitzroy-Flusses den Höchststand von 9,4 Meter erreichen könnte. Die australischen Behörden haben die Einwohner dazu aufgefordert, sich vom Wasser fernzuhalten. 

Das Risiko bestehe nicht nur darin, vom Wasser fortgerissen zu werden. Auch Trümmer, Schlangen und Krokodile stellten eine Bedrohung dar. Bürgermeister Brad Carter sagte, Augenzeugen hätten über eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Schlangen berichtet. Im Fluss Fitzroy seien außerdem auch Salzwasser-Krokodile gesichtet worden. 

"Jeder springt ein und tut, was er kann" 
In der Stadt St. George kämpften sich zahlreiche Einwohner durch die Fluten, evakuierten von den Wassermassen eingeschlossene Altersheime, brachten Kranke in Sicherheit und richteten ein Notlazarett ein. "Jeder springt ein und tut, was er kann", sagte der in St. George wohnende Senator Barnaby Joyce.

Im Bundesstaat Queensland sind etwa 200.000 Menschen von den Überschwemmungen betroffen. Rund 1.200 Wohnhäuser wurden unter Wasser gesetzt, mehr als 10.000 erlitten Schäden. In einigen Orten begannen inzwischen die Aufräumarbeiten, andere bereiteten sich noch auf den Höhepunkt der Flutwelle vor. Der Balonne-Fluss in St. George etwa sollte Anfang kommender Woche den höchsten Pegelstand erreichen. Mit rund 10.000 Sandsäcken versuchten die Bewohner, ihre Häuser zu schützen.

Schäden in Milliardenhöhe erwartet
Die Schäden dürften sich nach Behördenschätzungen auf mehrere Milliarden Dollar belaufen. Zusätzlich enstehen auch in der Industrie enorme Schäden. Rund Dreiviertel der Kohlebergwerke von Queensland mussten wegen der Überschwemmungen ihren Betrieb einstellen, nach Angaben der Regierung belaufen sich allein die Verluste der Kohleindustrie auf derzeit 100 Millionen Australische Dollar (75,5 Millionen Euro) pro Tag. Doch auch andere Rohstoffe sind von den Überschwemmungen betroffen. So verteuerten sich zuletzt auch Weizen und Zucker.

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