08.04.2021 15:00 |

Vierter Tag in Folge

Indien meldete erneut Rekord-Wert bei Infektionen

In Indien haben die Gesundheitsbehörden den vierten Tag in Folge mehr als 100.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Mit 126.789 nachgewiesenen Ansteckungsfällen binnen 24 Stunden meldeten sie so viele wie sonst nirgends auf der Welt. Zugleich beklagten mehrere Bundesstaaten, der Impfstoff werde knapp.

Mit insgesamt 12,9 Millionen nachgewiesenen Fällen weist Indien weltweit den dritthöchste Wert nach den USA und Brasilien auf. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg binnen eines Tages um 685 auf 166.862. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge in dem Land mit seinen 1,35 Milliarden Einwohnern deutlich höher sein.


Der Anstieg der Infektionsfälle fällt in der zweiten Welle weitaus steiler aus als in der ersten und hat die Behörden überrascht. Sie machen dafür Menschenansammlungen und Nachlässigkeit beim Tragen von Masken verantwortlich. Zugleich haben zahlreiche Geschäfte und Büros wieder geöffnet, was die Ansteckungsgefahr noch erhöht. In mehreren Bundesstaaten, darunter im am stärksten betroffenen Maharashtra, wurden Impfzentren vorzeitig geschlossen und Impfwillige wieder weggeschickt - aus Mangel an Nachschub an Vakzinen.

Impfstoffverteilung wird zum Politikum
Im Bundesstaat Odisha betraf der Vakzin-Mangel die Hälfte aller Impfzentren. Der dortige Gesundheitsminister warf der Zentralregierung in Neu-Delhi vor, sie versorge seinen Bundesstaat mit weniger Impfstoff als solche, die von der Partei von Ministerpräsident Narendra Modi regiert werden. Die Zentralregierung bestreitet, dass es für diejenigen, die vorrangig geimpft werden sollen, zu wenig Dosen gebe.

Indien exportiert zig Millionen Impfdosen
Oppositionspolitiker kritisieren, dass die Regierung den Export von zig Millionen Impfdosen gestattet, während nur für einen Teil der eigenen Bevölkerung gesorgt sei. Indien ist weltweit der größte Hersteller von Impfstoffen. Neuseeland hat auf die Lage in Indien reagiert und für rund zwei Wochen Reisenden von dort den Zutritt verwehrt - das betrifft auch die eigenen Bürger.

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