08.04.2021 09:19 |

Mehrere Berufsgruppen

Ermittlungen gegen 60 Impf-Vordrängler in Italien

Die Polizei in der norditalienischen Stadt Biella hat Ermittlungen gegen 60 Personen aufgenommen, weil sie geimpft wurden, obwohl sie laut dem nationalen Impfplan dazu kein Recht hatten. Die Ermittlungen betreffen unter anderem Manager, Rechtsanwälte und Steuerberater. Die Ermittler prüften dabei die Liste der Personen, die in den vergangenen Wochen geimpft wurden, genau.

Wie die italienische Tageszeitung „La Stampa“ am Donnerstag berichtete, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Aosta in der autonomen Region. Ankläger Francesco Pizzato will prüfen, ob der mit der Regierung vereinbarte Impfplan dort wirklich umgesetzt worden sei und ob Personen geimpft wurden, obwohl sie nicht zu den Gruppen gehören, die Vorrang haben.

Sizilianischer Bürgermeister zurückgetreten
Der Bürgermeister der als Mafia-Hochburg bekannten sizilianische Kleinstadt Corleone, Nicolo Nicolosi, musste vor einigen Wochen zurücktreten, nachdem Carabinieri festgestellt hatten, dass er und einige seiner engsten Mitarbeiter bereits Mitte Februar gegen das Coronavirus geimpft worden waren, obwohl sie nicht das Recht dazu hatten.

Italien startet mit Impfkampagne auch nachts
Ungeachtet dessen beschleunigt Italien die Impfkampagne: So soll jetzt auch nachts geimpft werden. In Genua wurde die erste Stelle eröffnet, in der sechs Tage die Woche täglich bis 2 Uhr geimpft wird. Weitere sollen folgen, berichteten die Behörden. „Wir sind bereit, 24 Stunden am Tag zu impfen. Die Immunisierungen erfolgen derzeit in drei Schichten von sechs Stunden. So können wir täglich bis zu 1500 Dosen verabreichen“, berichtete der Leiter der Einrichtung in Genua. Ab Ende April soll auch in Apotheken geimpft werden

Regierung und Sozialpartner haben inzwischen in Rom ein Protokoll für Impfkampagnen am Arbeitsplatz unterzeichnet. Unternehmen können mit Unterstützung der Betriebsärzte und des Versicherungsinstituts für Arbeitsunfälle INAIL ihre Angestellten immunisieren. Die Beteiligung in Betrieben erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Initiative richtet sich an alle Arbeitnehmer, unabhängig von ihrem Vertrag.

Italien will täglich mehr als 500.000 Menschen impfen
Arbeitgeber können unabhängig von der Zahl der Mitarbeiter mit der Unterstützung von Fachverbänden ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisieren. Wenn sie keinen eigenen Arzt beauftragen wollen, können sie die INAIL-Gesundheitseinrichtungen in Anspruch nehmen. Die Lieferung von Impfstoffen, Spritzen und Nadeln sowie die Registrierung der durchgeführten Impfungen sind Aufgabe der regionalen Gesundheitsbehörden. Italien will bis Ende April mehr als 500.000 Menschen pro Tag impfen. Ziel ist, dass bis Ende September 80 Prozent der Bevölkerung immunisiert ist.

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