"Frieden schließen"
Türkei will von Israel eine Entschuldigung
Die Türkei wolle zugleich Beziehungen aufrechterhalten und ihre Rechte verteidigen, sagte Davutoglu am Vorabend der geplanten Rückkehr eines türkischen Schiffs nach Istanbul, das im Mai von Israel beschlagnahmt worden war. Auf der "Mavi Marmara" waren bei einer israelischen Kommandoaktion neun propalästinensische Aktivisten getötet worden. Nichts könne die Tatsache verschleiern, dass türkische Staatsbürger getötet worden seien, sagte Davutoglu mit Blick auf den Vorfall.
Israel erklärte dazu, die Tatsache, dass der jüdische Staat in der Vergangenheit nach zwei Erdbeben humanitäre Hilfe in die Türkei gesandt habe, spreche für sich und sei ein freundlicherer Akt als die Äußerung des türkischen Außenministers. Außenamtssprecher Jigal Palmor sagte, Israel habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es gute Beziehungen zur Türkei wünsche. Dies sei unverändert das Ziel.
Angriff auf Gaza-Hilfsflotte heißes Thema
Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei hatten sich nach dem Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte verschlechtert. Die Türkei zog nach den Ereignissen ihren Botschafter aus Tel Aviv ab. Als Bedingung für die Beilegung des Streits forderte Israel von der Türkei die Rückkehr des Botschafters und dass Ankara den Zwischenfall vom Mai nicht mehr international zum Thema mache. Die Türkei fordert von Israel neben einer Entschuldigung eine Entschädigung der Hinterbliebenen der Opfer.
In einer vom Außenministerium in Ankara veröffentlichten Erklärung hieß es aber auch, Abkommen zwischen "den griechischen Zyprioten und Ländern der Region" seien für die Türkei "null und nichtig". Die Türkei okkupiert seit der Invasion von 1974 den Nordteil der Insel.
Die dort eingerichtete Separatadministration "Türkische Republik Nordzypern" (KKTC) wird nur von Ankara anerkannt, der Zypern-Konflikt ist Haupthindernis für eine Annäherung der Türkei an die Europäische Union. Ein zwischen Israel und Zypern geschlossenes Seegrenzabkommen missachtet nach Meinung der Türkei die Rechte der türkischen Zyprioten.
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