Neue Polit-Karriere
Spionin erhält Spitzenposten in der “Putin-Jugend”
Die "Junge Garde", in Zeiten des Zweiten Weltkriegs eine Gruppe kommunistischer Widerstandskämpfer, wurde als Jugendpartei von Premierminister Wladimir Putin zu Beginn seiner zweiten Amtszeit als Präsident reaktiviert und zu einem 160.000 Mitglieder umfassenden Freiwilligen-, Partei- und Aufstiegsapparat gemacht.
Beim vierten Kongress der "Jungen Garde" am Mittwoch wurde Chapman als Vorsitzende des Sozialrats der Organisation vorgestellt. Im feuerroten Kleid trat die kürzlich von Präsident Dmitri Medwedew geehrte Spionin vor die jubelnden Teenager.
In ihrer Ansprache forderte die 28-Jährige ihre Zuhörer auf, der Zukunft optimistisch entgegenzusehen: "Wir müssen die Zukunft verändern und dabei mit uns selbst beginnen." Die Gesellschaft wäre weniger negativ, wenn jeder mit einem Lächeln aufwachen würde. "Ich hoffe, dass wir anfangen positiv zu denken."
Keine Jobdefinition
Die genaue Aufgabe Chapmans in der "Jungen Garde" bleibt allerdings unklar. Als Chapman am Mittwoch von russischen Reportern dazu befragt wurde, ließ sie sich von ihren Personenschützern wegbringen, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete.
Für die 28-Jährige ist es jedenfalls nicht das erste "Amterl" seit ihrer Rückkehr in die Heimat: Mitte Oktober wurde bekannt, dass Chapman einen Job bei der bis dato kaum bekannten "FondServisBank" bekommen hat. Das Institut mit den gleichen Initialen wie der russische Geheimdienst "FSB" beschäftigt Chapman als "IT-Expertin".
Als "femme fatale" zu Weltbekanntheit
Chapman war Ende Juni gemeinsam mit neun weiteren Mitgliedern eines russischen Spionagerings in den USA festgenommen worden und knapp zwei Wochen später im Rahmen eines Agentenaustauschs nach Russland zurückgekehrt. Russische Zeitungen zeigten besonders viel Interesse für die attraktive Chapman, die Schlagzeilen als "femme fatale" machte und sich nach ihrer Rückkehr in Dessous für ein russisches Männermagazin ablichten ließ.
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