Drama in Feldkirch

Loks krachen gegen Auto: Zwei junge Männer tot

Vorarlberg
17.12.2010 09:01
Zwei 23-jährige Vorarlberger sind Freitag früh bei einem Bahnunfall auf einer Eisenbahnkreuzung in Feldkirch ums Leben gekommen. Die beiden Männer wollten gegen 4 Uhr in einem Pkw den gesicherten Bahnübergang überqueren, dürften dabei aber das Rotlicht übersehen haben. Als der Wagen in die Kreuzung einfuhr, senkten sich die Schranken und sperrten das Auto ein - kurz darauf wurde es von einem Lokomotivgespann mit rund 90 km/h erfasst.

Nach Angaben der Polizei dürfte der Pkw-Lenker noch versucht haben, die automatisch heruntergelassene Bahnschranke mit dem Auto zu durchbrechen, was aber nicht gelang. Der 51-jährige Lokführer konnte eine Kollision trotz Vollbremsung nicht mehr vermeiden. Der Pkw wurde rund 30 Meter weit mitgeschleift, ehe er am rechten Gleisrand zum Stillstand kam. Die beiden Insassen aus Feldkirch und der Nachbargemeinde Rankweil verstarben an der Unfallstelle.

"Anhalten nicht möglich"
Angesichts der Geschwindigkeit des Zuggespanns sei "ein Anhalten vor einem Hindernis trotz Notbremsung nicht möglich" gewesen, erklärte ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel. Sowohl der Lokführer als auch die Eltern der Verunglückten wurden psychologisch betreut.

Die Bahnkreuzung bei der Heldenstraße in Feldkirch-Altenstadt, wo sich das Unglück ereignete, ist mit zwei Schrankenbäumen und vier roten Warnleuchten gesichert. Die Einrichtungen funktionierten nach Angaben von Zumtobel und der Polizei ordnungsgemäß, das habe auch bereits eine Überprüfung durch Experten ergeben. "Das Ausfahrtssignal in Feldkirch für die Züge in Richtung Buchs im Schweizer Kanton St. Gallen wird nur dann freigestellt, wenn die Schranken geschlossen sind", so Zumtobel.

50 Feuerwehrleute im Einsatz
Der Pkw der zwei Männer wurde bei der Kollision zerstört, die zwei miteinander verkuppelten Loks mussten nach dem Unfall beschädigt zum Bahnhof Feldkirch abgeschleppt werden. Die eingleisige Verbindung zwischen Feldkirch und Buchs im Schweizer Kanton St. Gallen war bis kurz vor 7.30 Uhr für den Bahnbetrieb gesperrt, die Heldenstraße wird voraussichtlich über mehrere Tage hinweg nicht befahrbar sein. Die Feuerwehren Feldkirch-Altenstadt und Feldkirch-Stadt standen mit 50 Mann im Einsatz.

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