25.02.2021 14:58 |

Öffnungsgipfel

Kinos und Theater: „Absolut bereit, aufzusperren“

Eine ausreichende Vorlaufzeit von drei bis vier Wochen und Testbereitschaft des Publikums: Für die heimische Kino-und Theaterbranche sind das Voraussetzungen für eine baldige Wiedereröffnung, die am Donnerstag im Rahmen einer Branchenrunde im Öffnungsgipfel in der Wirtschaftskammer Wien diskutiert wurde. Laut Christian Dörfler, Obmann des WKÖ-Fachverbands der Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe, sei die Kinobranche „absolut bereit, aufzusperren“.

Laut Dörfler hätten eine deutsche Studie sowie eigene Messungen ergeben, dass Kinosäle „absolut sicher“ seien. Allerdings betonte er auch die „große Abhängigkeit von internationalen Märkten“. Es brauche weltweit eine gewisse Anzahl an offenen Kinos, damit die internationalen Verleiher überhaupt die Kinofilme freigeben.

„Wir wollen James Bond auf der großen Leinwand sehen“
Diesen Umstand unterstrich auch Cineplexx-Geschäftsführer Christof Papousek. Immerhin bringe der Rückfluss aus der Kinoauswertung bis zu 50 Prozent der Einnahmen, weshalb zahlreiche Starttermine verschoben wurden, statt die Filme für Streaming-Plattformen freizugeben. „Wir wollen James Bond auf der großen Leinwand sehen und nicht auf 55-Zoll-Flachbildschirmen.“ Einer baldigen Öffnung der Kinos stehe aus seiner Sicht nichts im Wege. „Selbst bei einer Auslastung von 100 Prozent und wenn die Menschen keine Masken tragen, stellen Kinos nur ein mittleres Risiko dar“, verwies er auf Luftmessungen in Kinosälen. Daher hoffe er auf „sinnvolle, betrieblich durchsetzbare Vorgaben“.

Kinos: Maskenpflicht oder Teststraßen werden abgelehnt
Eine Maskenpflicht im Saal oder Teststraßen vor den Kinokassen lehnt er aber ab. Eine ähnliche Regelung wie im Handel - 20 Quadratmeter pro Besucher - sei ebenfalls nicht sinnvoll. Mithilfe von - im Idealfall digital vorgelegten Tests - könne man eine deutlich höhere Auslastung zulassen. Das Testen werde künftig „ein Teil der Fortgehkultur“ sein, ist sich auch Julia Gaugusch-Prinz, Geschäftsführerin der Waldviertler Kinos, sicher. Wichtig werde es nun sein, dem Publikum „zu zeigen, was es verpasst hat“.

„Wir sind nicht Gefährder, sondern Ermöglicher“
Der Wunsch nach Planungssicherheit dominierte schließlich auch die Diskussion der Vertreter aus dem Bereich Theater. „Wir sind nicht Gefährder, sondern Ermöglicher“, unterstrich Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, den mehrmaligen Verweis auf Präventionskonzepte. „Es geht jetzt darum, mit diesem Virus zu leben“, betonte Veranstalter und Agent Georg Hoanzl. Es sei eine politische Entscheidung, „zu sagen, wenn die Pandemie vorbei ist“, aber ebenso eine politische Entscheidung, den Veranstaltern unter den gegebenen Voraussetzungen eine Perspektive zu bieten. Hier nannte er den Schutzschirm für Veranstalter als geeignetes Instrument.

Pochen auf baldige konkrete Perspektive
Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, pochte auf eine baldige konkrete Perspektive: „Es ist ja nicht so, dass man das Licht aufdreht und alles spielt.“ Es müssten schließlich auch wieder Spielpläne vorgelegt und Tickets verkauft werden. „Man braucht dafür bei großem Haus ungefähr sechs Wochen.“ Die wirtschaftliche Seite betonte unterdessen Christian Kircher, Geschäftsführer der Bundestheater Holding. Neben der Vorlaufzeit brauche es auch eine ausreichende Anzahl von Menschen, die man wieder bei den Vorstellungen begrüßen dürfe. „Vor 100 Leuten zu spielen, wäre in großen Häusern der wirtschaftliche Supergau.“

Er wünsche sich bei einer Öffnung „vernünftige und vertretbare Publikumszahlen“. Besonders überzeugt von den Präventionskonzepten zeigte sich Kabarettist und Theatermacher Michael Niavarani: „Ich glaube, dass man mit diesen Konzepten sogar im Lockdown öffnen könnte.“

Quelle: APA

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