Leichen verbrannt

Mindestens zwölf Menschen in Haiti als Hexer gelyncht

Ausland
02.12.2010 18:52
In Haiti sind seit vergangener Woche mindestens zwölf Menschen unter dem Vorwurf gelyncht worden, für die Ausbreitung der Cholera-Epidemie verantwortlich zu sein. Wütende Menschenmengen hätten im Departement Grand'Anse zwölf Menschen mit Macheten und Steinen getötet und ihre Leichen auf der Straße verbrannt, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Den Opfern wurde demnach vorgeworfen, die Cholera in die Region im Südwesten Haitis eingeschleppt zu haben, die zuvor kaum von der Epidemie betroffen war. Haitianische Medien sprachen von mindestens 14 Opfern: Demnach wurden mindestens drei Menschen in der Stadt Jeremie, sechs in der Ortschaft Chambellan und fünf weitere in Marfranc und Dame-Marie gelyncht. 

1.800 Cholera-Tote seit Mitte Oktober
Seit dem Ausbruch der Cholera Mitte Oktober sind im ganzen Land mehr als 1.800 Menschen durch die Epidemie ums Leben gekommen. Im Departement Grand'Anse starben den Gesundheitsbehörden zufolge jedoch bisher erst fünf Menschen an der Krankheit, 60 wurden infiziert.

Einem Justizbeamten zufolge, der eine Untersuchung der Vorfälle eingeleitet hat, warfen die Täter den Opfern Hexerei und die Verwendung einer Substanz vor, über die sich die Cholera ausgebreitet habe. "Nachforschungen sind schwierig, da die Bevölkerung jede Zusammenarbeit mit der Justiz verweigert, da sie wirklich überzeugt ist, dass Hexer sich die Cholera-Epidemie zunutze machen, um zu töten", sagte der Beamte.

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