Nachdem vergangene Woche flächendeckende PCR-Tests im Bezirk Schwaz durchgeführt worden waren, hat Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Dienstag dort auch flächendeckende Schnelltests und eine Aufstockung der Kapazitäten beim Contact Tracing angekündigt. Hintergrund sind einmal mehr die insgesamt 16 bekannt gewordenen Fälle der südafrikanischen Coronavirus-Mutation im Bezirk Schwaz.
Die Tests dienen dem Selbstschutz, man ziele aber auch auf eine „Sensibilisierung der Bevölkerung“ ab, erklärte Platter im Rahmen einer Pressekonferenz im Innsbrucker Landhaus.
Analyse auf Mutationen
Bei den bis Mittwoch angebotenen kostenlosen, flächendeckenden PCR-Tests im Bezirk Schwaz hatten sich rund 4.800 Personen angemeldet. 4.249 Tests wurden bis Mittwochnachmittag durchgeführt. Für 52 Personen lag bis dahin ein positives Ergebnis vor. Diese werden nun routinemäßig weiteren Analysen hinsichtlich des möglichen Vorliegens einer Mutation unterzogen. Zudem werden derzeit weitere Proben aus Tirol auf die britische und südafrikanische Mutation geprüft.
Tirol als „Vorreiter“
Was die Labore betrifft, so sei Tirol „bestens aufgestellt“, betonte Elmar Rizzoli, Leiter des Corona-Einsatzstabes. Tirol sei „österreichischer Vorreiter“, was die Vorselektion der Proben angehe. Die Vollsequenzierung werde auch weiterhin an der Akademie der Wissenschaften in Wien durchgeführt.
„Gut unterwegs, aber...“
„An und für sich sind wir gut unterwegs, aber noch nicht da, wo wir hinwollen“, resümierte Platter die aktuelle Situation und sprach von einer „Seitwärtsbewegung“. Die Sieben-Tages-Inzidenz liege in Tirol derzeit bei 103,5 und somit unter dem Österreich-Schnitt von 105,2.
„Stimmung war im Kippen“
Mit den vorsichtigen Öffnungsschritten, die die Bundesregierung am Montag im Einvernehmen mit den Landeschefs und den Sozialpartnern beschlossen hatte, wie Platter betonte, zeigte er sich „sehr einverstanden“. Er habe schließlich „genau in diese Richtung argumentiert“: „Die Stimmung war im Kippen“. In zwei Wochen müsse die Gesamtsituation abermals beurteilt werden. Auch er würde sich wünschen, Tourismus, Gastronomie und Beherbergungsbetriebe zu öffnen, doch sei es nicht sinnvoll „jetzt aufzusperren, um dann in zwei Wochen abermals zusperren zu müssen“.
Zusätzlich zu den Lockerungen würde es ab kommende Woche zu Verschärfungen an der Grenze kommen, berichtete der Landeshauptmann, Pendler seien ausgenommen. Er habe das Anliegen geäußert, „dass alle Grenzen genauestens überwacht werden“.
„Bestehe darauf, dass man weiter Skifahren kann“
Strenge Kontrollen soll es weiterhin auch in den Skiregionen geben. „Null Toleranz“, forderte Platter in diesem Zusammenhang, verwies aber ebenso darauf, dass man „Einzelfälle nicht auf die Tiroler Bevölkerung“ umlegen dürfe. Das „Angebot des Skifahrens“ werde aus seiner Sicht - vor allem im Hinblick auf die anstehenden Semesterferien - „weiter benötigt: Ich bestehe darauf, dass man weiterhin Skifahren kann“, so Platter unmissverständlich.
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