Februar-Start wackelt
EU-Exportkontrollen stören Impfplan in Japan
Die Exportkontrollen der EU für Corona-Impfstoffe verzögern nach Angaben der Regierung in Tokio die Fertigstellung des Impfplans in Japan. Das Vorgehen der EU habe bereits Auswirkungen auf die Lieferungen und bringe den Zeitplan für die Verabreichung durcheinander, sagte der Beauftragte der Regierung, Taro Kono, am Dienstag. Der Minister forderte, auf internationaler Ebene Maßnahmen gegen sogenannten „Impfstoff-Nationalismus“ zu ergreifen.
Die EU-Kommission hatten wegen Lieferengpässen am Freitag eine „Ausfuhrgenehmigungspflicht“ beschlossen, um die Exporte von Corona-Impfstoffen aus der EU zu überwachen und gegebenenfalls zu beschränken. Alle Pharmakonzerne, die mit der EU Lieferverträge über Corona-Impfstoffe abgeschlossen haben, müssen Lieferungen an Drittstaaten nach Brüssel melden.
Der Verband der Pharma-Industrie in Österreich (PHARMIG) hatte zuletzt vor Exportbeschränkungen gewarnt. „Ein Verbot für Exporte von COVID-19-Impfstoffen aus der EU würde globale Lieferketten bedrohen und folglich die Versorgung mit diesen dringend benötigten Impfstoffen gefährden, und zwar überall“, so Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG.
Impfstart Ende Februar
Japan hat sein Impfprogramm noch nicht gestartet, weil es alle Impfstoffe noch in eigenen Studien testet. Das Land hat aber bereits Lieferverträge mit den Herstellen Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca abgeschlossen und genug Impfdosen bestellt, um alle 126 Millionen Einwohner zu impfen. Die Regierung hofft darauf, Ende Februar damit beginnen zu können.
Dritte Welle mit Rekordwerten
In Japan bringt derzeit eine dritte Welle von Corona-Infektionen das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Tokio und andere Regionen verzeichnen Rekordwerte bei den Neuinfektionen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Regierungschef Yoshihide Suga den geltenden Ausnahmezustand am Dienstagabend um einen Monat bis Anfang März verlängern wird.
Olympia soll „mit Sicherheit“ stattfinden
Die Regierung hält aber dennoch daran fest, im Juli wie geplant die bereits im Vorjahr abgesagten Olympischen Sommerspiele in Tokio zu eröffnen. Über eine Absage war bereits spekuliert worden. Japans Chef-Organisator Yoshiro Mori bekräftigte am Dienstag aber, die Spiele würden „mit Sicherheit“ stattfinden, wie auch immer sich die Corona-Pandemie entwickelt.
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