Was will ich werden? Welche Schule, welche Lehre passt dazu? Antworten auf diese Fragen können Jugendliche heuer nicht bei Tagen der offenen Tür oder bei diversen Berufsmessen finden. Doch für Tausende Tiroler Schüler muss die Entscheidung nach den Semesterferien fallen.
Rund 6800 Mädchen und Buben besuchen eine Abschlussklasse in einer Tiroler Pflichtschule und stehen vor weitreichenden Entscheidungen zu ihrer Zukunft. Auch in höheren Schulen bereiten sich Jugendliche auf den Sprung ins Berufs- oder Studentenleben vor. Tage der offenen Tür in Bildungseinrichtungen und Schnupper-Möglichkeiten in Betrieben fallen heuer in den meisten Fällen aus. Berufsmessen sind abgesagt - oder werden online organisiert.
„Es macht einen Unterschied, ob man eine Schule online oder real besuchen kann. Der direkte Kontakt ist natürlich eine wichtige Entscheidungshilfe“, spricht Brigitte Thöny, Leiterin der Abteilung Schulpsychologie in der Bildungsdirektion Tirol, von Einschränkungen, die Kinder und ihre Eltern verunsichern. „Seit Corona haben wir mehr Anfragen zur Bildungsberatung.“
Digitale Tage der offenen Tür auch mit Vorteilen
Digitale Informationstage haben nicht nur Nachteile, meint Manfred Jordan, Direktor der Ferrari-Schule in Innsbruck: „Wir haben gemerkt, dass einiges konzentrierter als bei Tagen der offenen Tür abläuft. Über das Anmeldesystem finden Interessenten rasch zu ihrem Wunschzweig. Außerdem ersparen wir Familien einige Wege.“ Am 5. Februar findet in der Ferrari-Schuler der nächste digitale Infotag statt. Jordan ist überzeugt, „dass diese Form der Kontaktaufnahme auch nach der Pandemie bleiben wird“.
Schulpsychologie hilft bei der Entscheidung
Nicht jedes Kind findet sich in den neuen Online-Möglichkeiten zurecht. Thöny unterstreicht deshalb die Bedeutung der Bildungsberater in den Schulen. Und sie rät Unentschlossenen, auch das kostenlose und vertrauliche Service der Schulpsychologie (bildung-tirol.gv.at) in Anspruch zu nehmen: „Wir können Begabungs- und Interessentests durchführen und dann im Gespräch die passende Ausbildung herausfinden.“ Die Psychologin appelliert, sich bald diesen Fragen zu stellen. Denn nach den Ferien beginnen die Aufnahmeverfahren in Bildungseinrichtungen und Lehrbetrieben.
Ob sie glaubt, dass die Pandemie Einfluss auf die Berufs- und Schulentscheidung der Tiroler Kinder hat? „Ja, sicher“, ist Thöny überzeugt, „aber ich kann noch nicht sagen, welchen.“
Claudia Thurner, Kronen Zeitung
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