Wenn Hauseinfahrten durch fremde Autos verparkt sind, der Nachbar laute Feste bis spät in die Nacht veranstaltet und Südtiroler Studenten sich einen Dreck um Park- und Halteverbote scheren, dann wählen Innsbrucker Bürger immer öfter die Nummer des städtischen Sicherheitsdienstes MÜG. 3.500 Mal rückten die 18 Mitarbeiter in diesem Jahr aus, das sind zehn Einsätze pro Tag weniger für die Innsbrucker Polizei, die deswegen um wichtigere Dinge kümmern kann. "Wir nehmen der Polizei nichts weg", erklärte Amtsvorstand Elmar Rizzoli am Freitag, "wir nehmen Aufgaben wahr, für die die Polizei eigentlich gar nicht zuständig ist."
Die Zusammenarbeit mit der Bundespolizeidirektion Innsbruck funktioniere ausgezeichnet: "Viele Städte beneiden uns darum."
Seit einem Jahr ist die MÜG auch für die Überwachung des Verkehrs in nicht gebührenpflichtigen Kurzparkzonen zuständig. Die Anzahl der Verwaltungsstrafverfahren ist seitdem explodiert. Mit Schikane habe das nichts zu tun, betont Rizzoli, der Fokus liege auf Anwohnerparkzonen, Bushaltestellen und Behindertenparkplätzen. 720.000 Euro nahm die Stadt an Strafgeldern ein. Durch verstärkte Überwachung entstehe der Bevölkerung ein Mehrwert, so BM Oppitz-Plörer.
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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