"Sind total happy"

Familie Zogaj kehrt in ihr altes Leben in Frankenburg zurück

Österreich
25.11.2010 14:52
Die Familie Zogaj ist einen Tag nach ihrer Ankunft in Österreich nach Frankenburg zurückgekehrt. Die 18-jährige Arigona drückte sogar bereits wieder die Schulbank. Spätestens am Montag werden auch die beiden jüngeren Geschwister in ihre Klassen und die Mutter an ihren angestammten Arbeitsplatz zurückkehren, berichtete Christian Schörkhuber, Leiter der Flüchtlingsbetreuung in der Volkshilfe Oberösterreich, in einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz. Die Familie, die nicht anwesend war, sei "total happy".

Die vergangene Woche schilderte Schörkhuber als sehr ereignisreich für die Zogajs: Am vergangenen Freitag seien alle nötigen Unterlagen für die Visa beisammen gewesen, am Montag seien die Anträge positiv beschieden worden. Am Mittwoch sei die Familie aus ihrer Unterkunft in der Stadt Peji nach Skopje gefahren, um die Papiere abzuholen und dann gleich weiter zum dortigen Flughafen, von wo es nach Wien ging.

"Nicht durch den VIP-Bereich" geschleust
Nach Absprache mit der Flughafenverwaltung wurden die Ankömmlinge durch ein Seitentor "und nicht durch den VIP-Bereich" hinausgeschleust. Dann ging die Reise per Auto nach Linz, wo die Zogajs bei Freunden übernachteten. Arigona wollte nach einem Treffen mit Freundinnen am Mittwochabend "so schnell wie möglich wieder in die Schule". Mutter Nurie fuhr am Donnerstag mit den beiden kleineren Kindern nach Frankenburg in ihre Wohnung. Albona (10) und Albin (11) sollen demnächst wieder die örtliche Volksschule besuchen. "Die Familie fühlt sich wohl in Frankenburg" und habe dort Freunde, sagte Schörkhuber.

"Ich bin persönlich erleichtert", so der Flüchtlingsbetreuer. "Aber sie sind zerbrechlich, sie sind angeschlagen." Die Zogajs würden darum bitten, in Ruhe gelassen zu werden. Sie wollen auch nicht fotografiert werden. Sowohl Nurie als auch Arigona seien nach wie vor in medizinischer Behandlung und bräuchten Medikamente, um ein normales Leben führen zu können. Vor allem die Verfassung der Mutter, deren Suizidgefährdung immer wieder als Argument gegen eine Abschiebung angeführt worden war, "war für uns ein enormes Risiko". Positiv sei gewesen, dass sie bis zum Tag ihrer Abreise aus Österreich habe arbeiten können. "Das war ein größerer Stabilisator als alle Medikamente."

Arigona will Krankenschwester werden
Wie es mit der Familie weitergeht, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Schülervisa der Kinder können verlängert werden, Arigona würde nach diesem Schuljahr gerne eine Ausbildung als Krankenschwester beginnen, so Schörkhuber. Das Arbeitsvisum der Mutter, das auf sechs Monate befristet ist, könne bis Schulschluss verlängert werden, danach werde man sich um eine unbefristete Aufenthaltsbewilligung bemühen. Zudem wäre die 18-jährige Arigona obsorgeberechtigt, "falls mit der Mutter irgendetwas ist".

Die Volkshilfe betonte noch einmal, sie habe keinerlei finanzielle Unterstützung für die Familie im Kosovo bzw. die Reisekosten geleistet. Es gebe lediglich ein Spendenkonto, das vom Ungenacher Pfarrer Josef Friedl verwaltet werde. Auch der Rechtsanwalt der Zogajs, Helmut Blum, habe den Fall unentgeltlich betreut.

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