15.01.2021 08:00 |

Eine Woche länger

Lockdown zerrt an Nerven der Kinder

Eine Woche länger durchhalten müssen Salzburgs Schüler und ihre Eltern. Die Infektionszahlen sind noch zu hoch, als dass der Unterricht wieder in den Schulen stattfinden könne, argumentiert die Bundesregierung. Jetzt wird der 25. Jänner samt wöchentlichen Selbst-Tests anvisiert. Doch ein klarer Fahrplan fehlt noch.

400.000 „Anterio-Nasal-Tests“ werden an diesem Wochenende an Salzburgs Schulen geliefert. Das sind kinderleichte Schnelltests zum Selbstdurchführen. Schon ab Montag können somit die Selbst-Tests für die Schüler starten – auch wenn die meisten von ihnen im Heimunterricht sitzen.

Das zerrt an den Nerven, wie Umfragen der Arbeiterkammer Salzburg zeigen: 53 Prozent der befragten Kinder fühlten sich im Herbst einsamer als vor Corona. Bei 34 Prozent der Eltern hat sich im zweiten Lockdown die psychische Gesundheit verschlechtert. In 20 Prozent jener Familien, in denen die Eltern nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen oder armutsgefährdet sind, konnten die Kinder die Lernrückstände vom ersten Lockdown noch immer nicht aufholen. Viele Eltern können die Betreuung nicht mehr stemmen: Mehr als ein Viertel aller Volksschüler nutzt die Betreuung in den Einrichtungen. Bei den Kindergartenkindern sind es sogar zwei Drittel.

Die Arbeiterkammer Salzburg plädiert daher für möglichst rasche Schulöffnungen und kürzere Ferien. Auch FPÖ und SPÖ wollen die Kinder rasch wieder an die Schulen holen. Bernhard Auinger (SPÖ), Vizebürgermeister von Salzburg, fordert Planungssicherheit.

Bildungslandesrätin Maria Hutter (ÖVP) wartet für die Öffnung auf Vorgaben vom Bund: „Dem Vernehmen nach wird das in der Volksschule und den Unterstufen ein Reißverschlusssystem sein. Die Oberstufenschulen werden offenbar schulautonom entscheiden können.“

Klaus Schneider ist Direktor des Akademischen Gymnasiums in der Stadt Salzburg. Den Plan zur Schulöffnung muss er aufschieben. In Interview:

Der Heim-Unterricht wird um eine weitere Woche verlängert. Was heißt das für Sie als Direktor?

Im Prinzip verschieben wir unseren Plan zur Öffnung um eine Woche. Das einzige Problem, das sich daraus ergibt, sind die Schularbeiten. Die nachzuholen wird knapp. In manchen Fächern werden wir sicher eine andere Form der Beurteilung finden müssen.

Was halten Sie von den Corona-Selbst-Tests?

Am Wochenende kommt die erste Lieferung, damit kommen wir hoffentlich bis zum Semesterende durch. Am Montag können sich die ersten Schüler aus Betreuung und Maturaklassen und auch Lehrer testen. Ich halte das für eine sinnvolle Lösung, man kann mit ruhigerem Gewissen unterrichten.

Merken Sie Lerndefizite durch Heimunterricht?

Das ist sehr individuell. Die Lehrer merken, es bleibt bisserl was auf der Strecke. Am meisten Defizite gibt es allerdings beim sozialen Kontakt.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 06. März 2021
Wetter Symbol