"Unteres Mittelmaß"

Ergebnis der neuen PISA-Studie soll “vernichtend” sein

Österreich
23.11.2010 11:02
Vor der mit Spannung erwarteten PISA-Studie über das heimische Bildungssystem machen sich wilde Gerüchte breit. Demnach soll die am 7. Dezember vorliegende OECD-Vergleichsuntersuchung den österreichischen Jugendlichen einen erneuten Absturz bringen. Vor allem die Lesekompetenz sei verheerend.

Die Ergebnisse der Tests bei den rund 5.000 Schülern (15 bis 16) im Jahr 2009 sollen laut Informationen aus Kreisen der OECD dermaßen vernichtend sein, dass sogar ein Rechenfehler bei der statistischen Erarbeitung der Studie angenommen worden ist. Jedenfalls werde, wie zu erfahren war, die PISA-Studie derzeit auf Verlangen mehrerer Seiten noch einmal überprüft.

Einige Experten erwarten sich dadurch offenbar Verbesserungen der Ergebnisse, die dann Anfang Dezember auch in einer offiziellen Version vorliegen sollen. Im Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) will man zur Studie vorerst nicht Stellung nehmen. Man ersucht "um Verständnis, dass vor der internationalen Präsentation die Ergebnisse der PISA-Studie weder vorweggenommen noch kommentiert werden können".

Schmied sieht PISA-Verantwortung nicht bei sich
Gleichzeitig stellte Schmied am Dienstag aber klar, sich nicht für ein allfällig schwaches Abschneiden der österreichischen Schüler verantwortlich zu fühlen. Die getesteten Kinder seien nämlich Jahrgang 1993 und hätten daher noch gar nicht von den unter ihr eingeleiteten Reformprojekten profitieren können. Freilich deutete die Ministerin an, dass das Abschneiden tatsächlich nicht allzu glorreich gewesen sein dürfte. Der 7. Dezember - also der Tag der Präsentation der Ergebnisse - werde jedenfalls klarstellen, dass man in der Schulpolitik eine "Retro-Diskussion" nicht weiter führen dürfe, so Schmied in Richtung des Koalitionspartners ÖVP. 

Dass Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) den PISA-Test quasi als Überprüfung ihrer Fähigkeiten als Ressortchefin darstellt, wies Schmied zurück. Man sehe an solchen Aussagen nur, dass der Landeshauptmann schwer damit umgehen könne, mit seiner Meinung bezüglich einer Verländerung der Bundeslehrer nicht durchzukommen.

Auch bei Mathe und Naturwissenschaft unteres Mittelmaß
Am Montag hat jedenfalls eine "PISA Task Force" getagt. Die Gruppe beriet in vertraulichem Rahmen über Erklärungen und die möglichen Konsequenzen aus der Studie. Durchgesickert ist bislang lediglich, dass nicht nur die Lesekompetenz bei den Jugendlichen erneut schwächer geworden ist. Die heimischen Jugendlichen seien auch in den Bereichen Naturwissenschaft und Mathematik im internationalen Vergleich auf unteres Mittelmaß zurückgefallen. 

von Claus Pándi (Kronen Zeitung) und krone.at

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