Opfer verurteilt

Mann beschuldigte nach Überfall vier Bekannte der Tat

Tirol
19.11.2010 15:55
Nach einem Überfall auf einen Innsbrucker hat dieser Bekannte beschuldigt, die Tat verübt zu haben. Nur hieb- und stichfeste Alibis verhinderten eine Verurteilung – und brachten das Überfallsopfer wegen Verleumdung auf die Anklagebank. Die bedingte Haft- und 3.600 Euro Geldstrafe akzeptierte der Innsbrucker sofort.

Bei der Polizei und in der Gerichtsverhandlung hatte Thomas B. (31) das Quartett, das ihn am Valentinstag 2009 in Innsbruck überfallen und schwer verletzt hatte, eindeutig identifiziert. "Die haben mit ihren ständigen verbalen Attacken nicht nur mein Leben zerstört, sondern mich auch brutal niedergeschlagen und schwer verletzt", behauptete der mehrfach vorbestrafte 31-Jährige stets. 

Doch die Angeklagten hatten ziemlich hieb- und stichfeste Alibis und wurden freigesprochen. Das brachte dem 31-Jährigen nun selbst eine Anklage wegen Verleumdung ein. Vor Richter Norbert Hofer zeigte er sich (wieder einmal) fassungslos: "Die von mir Beschuldigten müssen Doppelgänger oder Zwillinge haben. Ich habe sie doch eindeutig erkannt." 

Dennoch akzeptierte er sechs Monate bedingte Haft und 3.600 Euro Geldstrafe sofort.

von Werner Kriess, Tiroler Krone
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