17.12.2020 21:32 |

Gegen Lockdown-Pläne

Nepp kritisiert Zählung: „Corona-Tote ohne Corona“

In der Bundeshauptstadt Wien ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus zuletzt sprunghaft angestiegen. Der medizinische Krisenstab meldete 135 zusätzliche Verstorbene von Mittwoch auf Donnerstag. Ein Großteil davon geht aber auf eine Datenbereinigung zurück, wie erklärt wurde. Tatsächlich waren in den vergangenen 24 Stunden 15 Todesfälle zu beklagen. Für Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp Grund genug, um die Nachmeldungen scharf zu kritisieren. „Die Rechtfertigung für Lockdown 3 sind Corona-Tote ohne Corona! Irrsinn!“, schreib er auf Twitter. 

Prompt folgte auf Twitter ein Shitstorm gegen Nepp wegen seiner gewagten Aussage. „Bei dem Herren (sic!) - und ich wiederhole mich - ist der Name Programm. Eine Sterberate auf dem Niveau der Vereinigten Staaten und er will Expertenmeinungen noch immer in Zweifel ziehen, damit sein Abstand zu den besten Plätzen am Futtertrog nicht noch größer wird“, kritisierte ein User den Wiener FPÖ-Chef. 

Ein anderer User fragte Nepp zynisch: „Wenn das Virus die Lunge irreparabel schädigt und man hier Wochen nach der Testung stirbt, was ist dann der Grund der Todesursache? Das schlechte Wetter?“ Und ein weiterer User bezeichnete Nepp als eine „Schande für die österreichische Politik“.

Krisenstab kommuniziert Zahl der Verstorbenen synchron mit AGES-Daten 
Wurden in Wien am Mittwoch noch 774 bisherige Corona-Todesfälle ausgewiesen, waren es am Donnerstag bereits 909. Der Krisenstab der Stadt Wien erklärte dies in einer Aussendung damit, dass man sich entschieden habe, ab sofort die Zahl der Verstorbenen synchron mit den Daten der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zu kommunizieren.

Wann gilt man als Corona-Toter?
„Bisher kursierten parallel unterschiedliche Werte bei Covid-19-Todesfällen. Diese unterschieden sich - je nachdem, wer sie erhoben hat (Sozialministerium, Gesundheitsministerium oder AGES) - zum Teil deutlich voneinander und von den Angaben der Bundesländer“, erläuterte der Krisenstab. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien all jene Fälle als Covid-Tote zu zählen, die innerhalb von vier Wochen vor Todeszeitpunkt positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden seien, auch wenn eine Covid-19-Erkrankung nicht ursächlich für den Tod gewesen sei.

„Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu Nachmeldungen geführt, wenn die Todesfälle keine aktiven Covid-Fälle betrafen. In diesen Fällen wurde oft erst nach dem Todeszeitpunkt eine vorhergehende positive Testung auf SARS-CoV-2 festgestellt. Damit musste nach jeder neuen Nachmeldung die gesamte Zeitreihe auch rückwirkend bereinigt werden“, wurde erklärt. Um „unnötige Verwirrungen und nachmeldungsbedingte Inkonsistenzen für den weiteren Verlauf der Pandemie“ auszuschließen, hat sich Wien nun entschlossen, die Darstellungssystematik der AGES zu übernehmen. 

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