Der Schätzpreis für Schieles "Prozession" aus dem Jahr 1911 hatte bei 3,5 bis 7 Millionen Euro gelegen. Das gut einen Meter hohe und quadratische Gemälde stammt aus dem Besitz eines amerikanischen Sammlers und war deshalb nicht mit einer Ausfuhrsperre durch das Denkmalamt belegt.
Auch wenn "Prozession" nicht den Allzeitrekord knacken konnte, so erreichte das Werk doch den höchsten Preis, den je ein österreichischer Künstler auf heimischen Boden erzielt hat. Und der anonyme Käufer sei ein österreichischer Sammler, versicherte Kinsky-Geschäftsführer Otto Hans Ressler. Deshalb bestehe auch die große Chance, dass das Gemälde bei der großen Schiele-Ausstellung im Leopold-Museum 2011 zu sehen sein wird.
Werk hat besonderen Stellenwert
Darüber freute sich die Witwe des Kunstsammlers Rudolf Leopold, Elisabeth. Schließlich habe die 1911 vermutlich in Krumau entstandene "Prozession" einen besonderen Stellenwert im Oeuvre von Schiele, zumal viele der Werke aus dieser Zeit heute verschollen sind. Das Gemälde zeigt drei Frauen verschiedener Lebensstadien - vom Mädchen mit grellrotem Lippenstift bis hin zur in sich versunkenen Greisin.
Das Bild ist das dritte Ölgemälde von Schiele, das in den vergangenen Jahren im Auktionshaus "Im Kinsky" versteigert wurde. Bereits 1998 kam Schieles "Mädchen" von 1917 für die damalige Rekordsumme von 3,6 Millionen Euro unter den Hammer. 2005 war es dann das "Stadtbild von Krumau" aus dem Jahr 1912, das für 1,2 Millionen Euro den Besitzer wechselte.
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