09.12.2020 12:28 |

Alternative geboten

Wien: „Fliegende Lerncafés“ für Oberstufenschüler

Für Kunden müssen sie zwar geschlossen halten, nun aber wird so manches Wiener Kaffeehaus einer neuen Bestimmung zugeführt: So öffnen einige von ihnen ab Donnerstag wieder ihre Pforten, um für Oberstufenschüler abseits von Homeschooling eine ruhige Lernatmosphäre zu bieten.

Die Stadt stellt in Kooperation mit Gastronomen die „fliegenden Lerncafés“ bereit. Am Mittwoch stellte Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) das neue Angebot vor. „Seit März herrscht de facto ein Ausnahmezustand in der Schule“, sagte der Ressortchef. Während Pflichtschüler seit Wochenbeginn zumindest wieder in den Präsenzunterricht zurückgekehrt seien, könne die Oberstufe mit Ausnahme der Maturajahrgänge nach wie vor nicht in die Klasse zurück.

Für alle, die Homeschooling „nicht mehr aushalten“
Viele Schülerinnen und Schüler hätten aber Schwierigkeiten beim Distance Learning - etwa wegen einer schlechten Internetverbindung, zu wenig Platz, lauter Geschwister oder fehlender Endgeräte. Die Lerncafés sollen nun eine ruhige Alternative bieten „für alle, die sagen: Ich halt‘s nicht mehr aus im Homeschooling“, wie Wiederkehr erklärte. Drei Kaffeehäuser machen nun einmal bis Weihnachten mit: das traditionelle Cafe Museum am Karlsplatz, das Cafe Frauenhuber in der Inneren Stadt und „The Legends“ (vormals Cafe Haller) in Wien-Landstraße.

Über die Buchungsplattform https://www.book-your-room.at/fliegendes-lerncafe können interessierte Jugendliche einen Platz buchen, so der Bildungsstadtrat. Die ersten Slots - zur Auswahl stehen 14 bis 16 und 17 bis 19 Uhr - werden bereits für Donnerstag vergeben. Ist man unter 15 Jahre alt, muss man in Begleitung eines Erwachsenen kommen.

„Platz wird gratis zur Verfügung gestellt“
So bietet das Cafe Museum bei 300 Quadratmetern Fläche gerade einmal 15 Schülerinnen und Schülern gleichzeitig Unterschlupf.
In den anderen teilnehmenden Cafes gebe es 18 bzw. zwölf Plätze, berichtete Wolfgang Binder, Kaffeesieder-Obmann in der Wiener Wirtschaftskammer. Er hofft, dass sich noch weitere Unternehmer an dem Projekt beteiligen. Miete bekommen die Gastronomen dafür nicht bezahlt, wurde versichert: „Der Platz wird gratis zur Verfügung gestellt.“ Lehrpersonal ist übrigens auch nicht anwesend - als sozusagen Aufsichtspersonen fungieren die Lokalbetreiber selbst.

Wiederkehr will sich nun bis Weihnachten einmal anschauen, wie das Angebot angenommen wird. Dann werde man entscheiden, ob und wie die Aktion weitergeführt wird. Das hänge natürlich auch davon ab, ab wann die Gastronomie wieder ihren Normalbetrieb aufnehmen kann.

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