Aufatmen
Hurrikan “Tomas” schrammt an Haiti vorbei
Der Wirbelsturm, durch den bereits Ende Oktober elf Menschen auf der ostkaribischen Insel St. Lucia ums Leben gekommen waren, näherte sich am Freitag mit Windstärken von 120 Kilometern in der Stunde dem Osten Kubas. Nach Angaben der Meteorologen des US-Hurrikanzentrums in Miami durchquerte er die Meerenge zwischen dem Norden Haitis und Kuba in der Nacht auf Samstag (Ortszeit), um dann Kurs auf die südlichen Bahamas und die Turks und Kaikos-Inseln zu nehmen.
Dennoch warnten die haitianische Regierung, die internationalen Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen weiterhin vor Gefahren durch den Regen im Gefolge des Sturms. Es sei zu befürchten, dass er in den Bergen Erdrutsche auslösen und in den Niederungen Überschwemmungen verursachen werde, hieß es.
Es bestehe zudem die Gefahr, dass zahlreiche Gebiete in Zentralhaiti von der Außenwelt abgeschnitten würden. Dort war vor drei Wochen erstmals seit über 100 Jahren die Cholera ausgebrochen, an der seither über 440 Menschen gestorben sind.
Hilfe entsandt
Die USA haben unter anderem einen Hubschrauberträger aus Puerto Rico nach Haiti in Bewegung gesetzt. Die UN schickten Soldaten und Bautrupps in gefährdete Gebiete, die im Notfall der notleidenden Bevölkerung helfen und Schäden an Straßen und Stromleitungen beheben sollten.
Die UN haben seit 2004 eine 10.000 Mann starke Truppe in Haiti stationiert, die das wirtschaftlich und politisch zerrüttete Land stabilisieren soll. Die meisten Hilfsorganisationen sind seit Jänner im Land, um Haiti beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben zu helfen. Bei der Katastrophe am 12. Jänner starben über 220.000 Menschen, über eine Million Menschen wurde obdachlos.
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