26.11.2020 06:39 |

Gut ein Jahr danach

Mexiko: Drahtzieher von Mormonen-Massaker gefasst

Gut ein Jahr nach einem Massaker an Kindern und Frauen einer mormonischen Gemeinde in Mexiko ist der mutmaßliche Drahtzieher verhaftet worden. Einsatzkräfte von Militär und Geheimdienst haben den Mann und zwei weitere mutmaßliche Mitglieder einer kriminellen Organisation im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua am Mittwoch gefasst.

Damit sind nun insgesamt 17 Verdächtige im Zusammenhang mit der Tat vom 4. November 2019 festgenommen worden. Mutmaßliche Angehörige eines Drogenkartells hatten damals auf einer Landstraße gut 100 Kilometer südlich der US-Grenze zahlreiche Schüsse auf drei Geländewagen abgegeben. Dabei kamen sechs Kinder im Alter zwischen acht Monaten und elf Jahren sowie drei Frauen ums Leben. Dass nicht noch mehr Familienmitglieder Opfer der grausamen Bande wurden, ist einem damals 13-Jährigen zu verdanken: Er versteckte sechs Kinder unter Büschen und lief mehr als 22 Kilometer, um Hilfe zu holen.

Die Opfer hatten sowohl die mexikanische als auch die US-Staatsbürgerschaft. Sie gehörten einer mormonischen Gemeinde an, deren Gründer sich im Nordwesten Mexikos niedergelassen hatten, nachdem die mormonische Hauptkirche in ihrer US-amerikanischen Heimat die Polygamie Ende des 19. Jahrhunderts abgeschafft hatte.

Hintergründe bis heute unklar
Die mexikanischen Ermittler äußerten anfangs die Vermutung, dass die Frauen und Kinder bei Revierkämpfen zwischen zwei Gruppen des organisierten Verbrechens, La Línea und Los Salazar, eher zufällig zwischen die Fronten geraten waren. Daran gibt es jedoch Zweifel - die Hintergründe der Morde sind bis heute unklar. Mexikanische Medien berichteten, bei dem nun verhafteten Hauptverdächtigen handle es sich um einen Regionalchef von La Línea, der als „El Mudo“ (Der Stumme) bekannt sei.

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