25.11.2020 21:00 |

#brennpunkt-Talk

„Es wird ein anderes Weihnachten werden“

Österreich befindet sich mitten im zweiten Lockdown, und ein Rückgang der Infektionszahlen ist bereits zu erkennen. Die Verunsicherung und die Ängste der Menschen bleiben aber. Wie geht es nach dem 6. Dezember weiter? Wie lange hält das Gesundheitssystem stand? Und wie zuverlässig werden Impfung und Massentests sein? Katia Wagner und ihre Gäste haben wie immer die Antworten.

„Krone“-Journalistin Conny Bischofberger hat sich Anfang November selbst mit Corona infiziert und das Virus am eigenen Leibe zu spüren bekommen. Neben der Krankheit an sich beherrschte sie zu der Zeit aber vor allem eine große Angst: „Im ersten Moment war natürlich die Sorge da, wen ich aller angesteckt haben könnte. Das ist ein ganz furchtbares Gefühl.“

„Kaffee schmeckt wie abgestandener Tee“
Auch wenn Bischofberger mit einem milden Verlauf davongekommen ist, wünscht sie diese Krankheit niemandem: „Ich habe es anfangs selbst unterschätzt, jetzt sehe ich das anders. Man ist komplett erschöpft, schmeckt und riecht nichts mehr. Kaffee schmeckt wie abgestandener Tee. Man kann das mit nichts anderem vergleichen.“ Die Wiener Behörden hätten dabei „komplett versagt“. So sei sie erst am 17. November, zwei Tage nach Ende der Quarantäne, zum ersten Mal kontaktiert worden. Trotz aller Umstände bleibt die Journalistin aber optimistisch: „2021 wird sicher ein besseres Jahr.“

Massentests in Südtirol bereits durchgeführt
Damit es 2021 wirklich wieder aufwärtsgehen kann, dafür sollen Impfungen und auch Massentests sorgen. Letztgenannte wurden in Südtirol bereits durchgeführt, so Landeshauptmann Arno Kompatscher. Von den 350.000 Teilnehmern konnte knapp ein Prozent an asymptomatischen Infizierten (etwa 3500 Personen) herausgefischt werden: „Wir konnten dadurch ordentlich Druck herausnehmen und viele Infektionsherde unterbrechen.“

Die Bundesregierung habe sich bereits einiges an der Teststrategie der Südtiroler abgeschaut, um etwaige Fehler bei den eigenen geplanten Massentests zu vermeiden. Was die Skisaison betrifft, werde in Südtirol im Moment noch diskutiert. Es gelte jetzt zu klären, wie ein Betrieb der Skigebiete um die Weihnachtszeit am besten funktionieren kann.

Lage auf Intensivstationen angespannt
„Die Lage ist angespannt“, beschreibt der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin, Klaus Markstaller, die Lage in Österreichs Intensivstationen. So würden allein im Wiener AKH ein Drittel aller Intensivbetten für Covid-Patienten gebraucht. Während im März und April noch die größte Sorge war, dass die Schutzausrüstung ausgehen könnte, wird es in Zukunft eher ein Problem werden, zu wenig Personal zur Verfügung zu haben. Auch für einen Ausbau der Intensivbetten spricht sich Markstaller aus.

Was das Eintreten einer Triage betrifft, hofft der Mediziner, dass man nicht in eine solche Situation kommen wird. Sollte es aber doch dazu kommen, müsse es „objektive Kriterien“ geben: „Es sollte derjenige die Ressourcen bekommen, der die beste medizinische Prognose hat.“

Impfen wird „mehrstufiger Prozess“
Dass ein schon bald verfügbarer Impfstoff die Lage in den Spitälern beruhigt, hofft SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. So würde ein in Europa zugelassener Impfstoff alle nötigen Studien durchlaufen haben: „Ich würde daher klar empfehlen, sich impfen zu lassen, auch ich werde es tun.“ Die Ärztin erinnert aber auch daran, dass das Impfen ein „mehrstufiger Prozess“ sein werde, da am Anfang sicher nicht genügend Impfstoff für alle zur Verfügung stehe.

Über eine verpflichtende Impfung für das Gesundheitspersonal sollte man außerdem „ernsthaft nachdenken“, schließlich sei dieses dem Virus am stärksten ausgeliefert. Zudem bräuchte es eine gezielte Vorbereitung und einen Plan, wer, wie und wann zuerst geimpft wird: „Das dürfte nicht erst passieren, wenn die ersten Impfstoffe in Schwechat gelandet sind.“ Was Weihnachten betrifft, empfiehlt Rendi-Wagner diesmal, in kleinerem Kreis zu genießen: „Der Hausverstand sollte mitfeiern.“

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