"Unter den fast 6.000 Froscharten auf der Welt finden sich Hautalkaloide nur bei etwa 250 Arten", erklärte Prof. Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig. Dass auch die seltenen Mini-Frösche das Gift speichern, haben jetzt deutsche und kubanische Forscher um Vences festgestellt. Ihre Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift "Biology Letters" veröffentlicht.
Der erst 1993 entdeckte Frosch (im Bild auf einer kubanischen Münze) nimmt das Gift vermutlich mit der Nahrung auf, wie Vences berichtete. "Zur Beute des Frosches gehören extrem kleine und meist alkaloidhaltige Milben und Ameisen, die von größeren Fröschen schlichtweg übersehen werden", erläuterte der Wissenschaftler.
Gift schützt Frosch-Winzling vor Feinden
Durch die Ansammlung des Giftes in der Haut schützt sich der Frosch vor Feinden. Vences: "Dadurch konnten sich diese Giftzwerge der Karibik erlauben, auch tagsüber aktiv zu sein und ihre auffällige Warnfärbung zu entwickeln." "Eine solche kontrastreiche Färbung ist meistens typisch für Gifttiere, die damit mögliche Feinde abschrecken wollen", erklärte dazu Ariel Rodriguez vom Institut für Ökologie in Havanna, der Erstautor der nun veröffentlichten Studie.
Um die Zwergfrösche zu untersuchen, hatte sich Vences zusammen mit seinen kubanischen Kollegen im Regenwald im östlichen Kuba auf die Suche gemacht. Dies sei mühsam gewesen, berichteten die Forscher: "Um diese winzigen Tiere zu finden, muss man Blatt für Blatt das heruntergefallene Laub auf dem Boden des Regenwalds abtragen."
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