Niemand verletzt
Erneut Sprengsätze an Botschaften in Athen versendet
Das Schweizer Außenministerium erklärte, es habe sich lediglich um eine Stichflamme und nicht um eine Explosion gehandelt. Das Paket wurde demnach Dienstag früh am Empfang der Botschaft abgegeben und überprüft. "Beim Entfernen der äußeren Verpackung entzündete sich der Inhalt in einer Stichflamme", erklärte Ministeriumssprecher Georg Farago.
Zudem wurden am Dienstag in der bulgarischen und in der chilenischen Botschaft Paketbomben entdeckt. Eine weitere Sendung für die chilenische Vertretung wurde gezielt gesprengt. Ein Mitarbeiter eines Kurierdienstes hatte Verdacht geschöpft.
Österreichische Vertretung nicht betroffen
Die österreichische Botschaft in Athen war von der Serie von Paketbomben nicht betroffen, wie Außenamtssprecher Peter Launsky-Tieffenthal mitteilte. Im Lichte der Vorfälle habe es einen speziellen Sicherheitsdrill gegeben. Es bestehe zudem eine enge Zusammenarbeit mit den österreichischen und den griechischen Sicherheitsbehörden sowie den Botschaften anderer - insbesondere der bisher betroffenen - Staaten.
Die Serie der Anschlagsversuche mit Paketbomben in Athen begann am Montag, als die Polizei Briefbomben an den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und mehrere Botschaften in der Stadt, unter anderem jene Belgiens und der Niederlande, abfing. Bei der Explosion einer Paketbombe wurde am Montag eine Frau verletzt. Der Sprengsatz detonierte in den Räumen eines Paketdienstes.
Zwei Männer wurden festgenommen. Sie trugen laut Polizei Handfeuerwaffen und zwei Briefbomben bei sich. Die Polizei verdächtigte einen der festgenommen Männer, einer anarchistischen Gruppierung anzugehören, der Dutzende Brand- und Bombenanschläge zur Last gelegt werden. Die detonierte Paketbombe war nach Behördenangaben an die mexikanische Botschaft in Athen adressiert.
Linksextremisten als Täter vermutet
Das Motiv für die Taten ist zunächst unklar. Die Polizei ging nicht davon aus, dass es Verbindungen zur extremistischen Al Kaida gab, und vermutet Linksextremisten als Täter. Nach schweren Krawallen im Jahr 2008 gab es in Griechenland wiederholt Anschläge mit Benzin- und Paketbomben. Im Juni vergangenen Jahres wurde ein Mitarbeiter des Ministeriums für Öffentliche Ordnung durch eine Briefbombe getötet.
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