21.11.2020 06:01 |

Knappe Kapazitäten

„Corona-Reha“ soll nun die Krankenhäuser entlasten

Rehabilitationszentren in Österreich sollen jetzt Krankenhäuser entlasten - und stellen 2300 Betten bereit. In einer zweiten Stufe ist auch eine eigene Intensivbetreuung geplant.

Kampf gegen die Zeit: Spitäler vom Bodensee bis zum Neusiedler See können jetzt früher als geplant Patienten in Reha-Einrichtungen überstellen, um die Zimmer für neue Covid-19-Fälle zu leeren. Im vorgezogenen Direktanschlussheilverfahren stehen 2300 Betten und 15 geeignete Einrichtungen der Pensionsversicherungsanstalt bereit. „Die Gruppe umfasst in der ersten Eskalationsstufe Erkrankte auf dem Weg der Besserung, die weiter hospitalisiert sein müssen, jedoch nicht ansteckend sind“, erklärt Chefarzt Dr. Martin Skoumal von der PVA der „Krone“.

Patienten werden quer durchs Land verschoben
Unter ihnen sind auch Post-Covid-19-Patienten, die oft lange unter Spätfolgen zu leiden haben. „Betroffene mit weniger Betreuungsnot können ebenfalls übernommen werden, aber noch keine, die beatmet werden müssen“, so der leitende Arzt. Die ersten Patienten aus Tirol kommen etwa nach Hochegg in Niederösterreich. Das Rehazentrum in Großgmain übernimmt Salzburger Patienten. Die beiden Häuser in Weyer und Bad Schallerbach betreuen stationäre Patienten aus den Spitälern Oberösterreichs. Patienten aus dem Krankenhaus in Wiener Neustadt kommen ins Reha-Zentrum in Bad Tatzmannsdorf.

Zweite Stufe: Reha als Notkrankenanstalt
In einer zweiten Eskalationsstufe könnten auch die Häuser der PVA zu Notkrankenhäusern für 500 Nicht-Corona-Patienten umfunktioniert werden. Das wurde im März geplant, war aber nicht notwendig. „Ich kann nur appellieren, dass die Vernunft der Österreicher noch siegt und alle den harten Lockdown einhalten“, so Skoumal. In der Reha sehe man, dass auch Jüngere nach ihrer Infektion lange unter Atemnot und Müdigkeit leiden und es zu bleibenden Schäden kommen kann. Mit dem Wiener AKH werde dazu ein großes Forschungsprojekt durchgeführt.

Limitierte Kapazitäten führen zu Änderung der Teststrategie
Die Zahlen bleiben indes weiter hoch. Wieder gab es fast 6700 Neuinfektionen und 108 Tote binnen 24 Stunden. Knapp 700 Corona-Patienten werden auf Intensivstationen betreut. Dabei haben Vorarlberg, die Steiermark und Oberösterreich die Teststrategien umgestellt. Weil Kapazitäten limitiert sind, werden K1-Personen nur noch dann getestet, wenn sie auch Symptome aufweisen - Quarantäne gilt in allen Fällen. Somit kann es passieren, dass infizierte, aber symptomlose Personen „nicht Eingang in die Zählung finden“, wie das Ministerium bestätigt.

Betont wird aber, dass es sich nur um eine Notmaßnahme handelt und die Tests nicht gänzlich ausfallen, sondern priorisiert werden. In der Gesamtschau erwarte man deshalb keine gravierenden Auswirkungen auf die Zahlen der Neuinfektionen.

Florian Hitz und Anna Haselwanter, Kronen Zeitung

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