Schweres Erdbeben
Mindestens 272 Tote nach Tsunami in Indonesien
Besonders betroffen war die dünn besiedelte Inselkette Mentawai, die 280 Kilometer vor der Küste Sumatras liegt und nur per Schiff zu erreichen ist - eine Reise, die mindestens zwölf Stunden dauert. In zwei Küstenorten auf den Inseln Pagai und Silabu riss eine drei Meter hohe Welle Hunderte Häuser mit sich, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte.
Im Dorf Muntei Baru auf Silabu wurden nach Angaben des Katastrophenschutzes 80 Prozent der Häuser zerstört. In manchen Gegenden reiche das Wasser bis zu den Hausdächern. Rund 3.000 Menschen seien in Notunterkünfte geflüchtet, teilte der Katastrophenschutz weiter mit. Die Besatzungen mehrerer Schiffe in der Region würden noch vermisst. "200 Leichensäcke sind auf dem Weg zu uns, nur für alle Fälle", sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.
Auch Städte auf Sumatra betroffen
Das Erdbeben erschütterte auch Städte entlang der Westküste der Insel Sumatra, darunter Padang. Dort hatte ein Erdstoß der Stärke 7,6 im vergangenen Jahr mehr als 700 Menschen das Leben gekostet. Mehrere Moscheen gaben nach dem Erdbeben vom Montag über Lautsprecher Tsunami-Warnungen heraus.
"Alle rannten aus ihren Häusern", sagte der Bewohner Sofyan Alawi. Die Straßen, die auf umliegende Hügel führen, seien schnell mit Tausenden Autos und Motorrädern verstopft gewesen. "Wir haben uns immer wieder umgedreht, um zu sehen, ob eine Welle im Anrollen war", sagte der 28-jährige Ade Syahputra.
Verheerender Tsunami im Jahr 2004
Indonesien liegt im pazifischen "Feuerring" mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Das folgenschwerste Beben der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich im Dezember 2004 vor Sumatra und löste einen Tsunami aus, der rund um den Indischen Ozean 230.000 Menschen das Leben kostete.











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