10.11.2020 19:28 |

Adieu, Intel!

Apple zeigt neue Macbooks & Mac Mini mit ARM-Chip

Der US-Computerkonzern Apple kehrt seinem langjährigen Chiplieferanten Intel den Rücken und stattet seine Macbooks mit einem selbst entwickelten Prozessor aus - mit ARM-Architektur wie im iPhone, aber laut Hersteller trotzdem mit mehr als genug Leistung für alle Anwendungen. Der neue M1-Chip ist das Herzstück eines neuen Macbook Air, Macbook Pro und Mac Mini. Die drei neuen Rechner sollen nächste Woche auf den Markt kommen.

Der neue Apple-Prozessor heißt M1 und kommt in Apples besonders leichten und mobilen Macbooks zum Einsatz. Er verfügt über insgesamt acht unterschiedlich starke Rechenkerne, die je nach Rechenlast einzeln angesteuert werden. Das soll ihn besonders sparsam machen, gleichzeitig biete man aber auch eine hohe Einzelkern-Leistung.

Mit diesem Aufbau erreiche der 5-Nanometer-Chip die höchste Performance pro Watt aller Prozessoren, sagt Apple. Auch bei der 3D-Leistung will man neue Maßstäbe im Notebook-Bereich setzen - die doppelte Leistung anderer Notebook-CPUs sei drin, so Apple.

Macbook Air mit neuem M1-Prozessor angekündigt
Das erste Notebook mit dem M1-Prozessor ist eine Neuinterpretation des bereits verfügbaren Macbook Air. Optisch unterscheidet es sich nicht vom Intel-Schwestermodell, gegenüber Windows-Laptops will man mit dem lüfterlosen Modell einen deutlichen Leistungssprung hinlegen. Der Akku soll bis zu 18 Stunden durchhalten - bei Videowiedergabe. Kosten soll das neue Macbook Air je nach Ausstattung mindestens 1129 Euro. 

Neues Macbook Pro laut Apple 2,8 Mal schneller als Intel-Version
Auch das 13-Zoll-Macbook Pro hat man mit dem neuen Prozessor ausgestattet - und erreicht damit laut Apple 2,8 Mal so viel Leistung wie vorher mit der Intel-Variante. Im Vergleich zu Intel will man hier die dreifache Leistung bieten, was freilich erst in unabhängigen Tests zu prüfen ist. Während der Prozessor beim neuen Macbook Air passiv gekühlt wird, wird er hier aktiv belüftet. Die Akkulaufzeit beziffert Apple mit 20 Stunden bei Videowiedergabe. Kostenpunkt: 1450 Euro mit 256-Gigabyte-SSD. 512 Gigabyte Speicher kosten 1680 Euro.

Mac Mini im winzig kleinen Gehäuse
Neben dem Macbook Air mit ARM-Prozessor hat Apple auch eine Neuauflage seines Kleincomputers Mac Mini mit ARM-Chip angekündigt. Kaum größer als eine externe Festplatte, verspricht Apple hier besonders viel Performance im besonders kleinen Gehäuse. Es gibt zwei USB-C-Schnittstellen mit Thunderbolt, über die verschiedenste Peripherie angesteuert werden kann. Kosten soll der neue Mac Mini mit 256 Gigabyte Speicher 800 Euro. 512 Gigabyte kosten 1030 Euro.

Betriebssystem wurde bereits angepasst
Das Betriebssystem MacOS „Big Sur“ habe man bereits für den eigenen Prozessor angepasst und ihm einige neue Features spendiert. Auch alle hauseigenen Anwendungen bis hin zu Final Cut Pro habe man bereits für die neuen Prozessoren optimiert. Apple zufolge laufe MacOS äußerst reaktionsschnell auf dem neuen Chip, der hier von der schnellen Speicheranbindung profitiere.

Anwendungen kommen künftig im Doppelpack
Die Installation der Anwendungen soll die Nutzer dabei vor keine Probleme stellen: Laut Apple habe man mit den Entwicklern vereinbart, dass Anwendungen künftig immer im Paket mit beiden Versionen geliefert werden müssen. So habe der Nutzer immer die richtige Version - für Intel- wie für ARM-Macs - parat. Im Notfall soll es außerdem einen Emulator geben, der alte Apps für den neuen Chip „übersetzt“.

Alle anderen setzen auf Intel oder AMD und x86
Mit dem Übergang zu eigenen Prozessoren löst sich Apple vom Rest der PC-Branche: Während alle anderen Computerhersteller derzeit auf x86-Chips von Intel oder AMD setzen, kocht Apple künftig - wie schon bis 2005 bei seinen Laptops mit PowerPC-Prozessor - wieder sein eigenes Süppchen.

Apple schafft damit ein einheitliches System über alle Geräte in seinem Angebot hinweg. Zugleich müssen aber Programme, die zuvor auf Intel-Macs liefen, entweder von den Entwicklern angepasst werden oder von Apples Software mit einem gewissen Leistungsverlust „übersetzt“ (emuliert) werden. Der Konzern kündigte an, seine Mac-Produktpalette binnen zwei Jahren auf die eigenen Chips umzustellen.

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