Die ersten zehn Minuten der Partie standen ganz im Zeichen des Protests der ZSKA-Fans, die wegen der bisher schwachen Leistungen ihres Klubs, der in der Meisterschaft nach zehn Runden nur auf Platz neun liegt, zunächst stumm blieben. Doch mit der ersten Chance durch Nelson (11./knapp vorbei) endete dieser "Streik", auch ein Freistoß von Marquinhos verfehlte sein Ziel (15.). Und in Minute 23 war dann Rapid-Goalie Hedl bei einem Schuss des irischen 1,96-Meter-Riesen Sheridan, der Soma hatte aussteigen lassen, auf dem Posten.
Doppelschlag lässt Rapid jubeln
Rapid war da viel effizienter, nützte gleich die ersten beiden Chancen: Nach einem Corner von Kavlak, der von Soma per Kopf ideal verlängert wurde, war zunächst Solospitze Vennegoor of Hesselink zur Stelle und traf aus kurzer Distanz zur Führung für die Hütteldorfer (28.). Nur vier Minuten später erhöhte Hofmann nach perfektem Querpass von Katzer seelenruhig auf 2:0 (32.) und durfte bereits über seinen 16. Europacup-Treffer für Rapid jubeln, womit ihm nur noch zwei auf den Klub-Rekord von Hans Krankl fehlen. Erst bei einem Saurer-Volleyschuss konnte sich ZSKA-Schlussmann M'Bolhi aus Algerien auszeichnen (40.).
Bei den Bulgaren regierte nach dem schnellen Zwei-Tore-Rückstand die totale Verunsicherung, die Rapid nach der Pause eigentlich zu weiteren Treffern hätte nutzen müssen. Es fehlte aber die letzte Durchschlagskraft, ein Umstand, der auch Coach Pacult sichtlich ärgerte. Die ZSKA-Anhänger brachten dagegen ihren Unmut über die katastrophale Leistung ihrer Mannschaft zum Ausdruck und wandten ihr in Hälfte zwei phasenweise sogar den Rücken zu. Auch Aluminiumtreffer von Delew (73./Stange) und Tonew (88./abgefälschte Flanke) konnten die Laune der Fans nicht bessern.
Porto feiert 3:1-Sieg bei Besiktas Istanbul
Während Rapid auch in der fünften Partie mit einem bulgarischen Europacup-Gegner ungeschlagen, aber erstmals in einer Europacup-Gruppenphase auswärts erfolgreich blieb, feierte Porto im Parallelspiel trotz numerischer Unterlegenheit ab der 43. Minute einen souveränen 3:1-Sieg bei Besiktas Istanbul (siehe auch Infobox). Damit liegen die Portugiesen vor dem Rückspiel in zwei Wochen mit dem Punktemaximum von neun Zählern an der Spitze im Pool L.
Sollte Porto auch die Heimpartie gegen die Türken gewinnen, könnte Rapid mit einem weiteren Erfolg über ZSKA Sofia am 4. November im Ernst-Happel-Stadion punktemäßig zu Besiktas aufschließen. Dabei werden die Bulgaren jedenfalls mit einem neuen Trainer in Wien antreten. Als erste Reaktion auf die dritte Niederlage ohne erzieltes Tor wurden nämlich Coach Gjorgje Jovanovski und Sportdirektor Emil Kostadinow entlassen. Zudem kam es nach dem Spiel zu Ausschreitungen, ZSKA-Fans warfen Fackeln, Knallkörper und Flaschen in Richtung Hauptausgang des Wassil-Lewski-Stadions, als die Klub-Chefs das Stadion verlassen wollten. "Weg mit dem Dreck!", riefen die aufgebrachten Fans in Sprechchören.
Meinungen zum Spiel:
Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Wir waren von der ersten Minute an sehr präsent und haben den Gegner immer wieder schon im Spielaufbau gestört. In der zweiten Hälfte haben wir klar dominiert und hätten noch das eine oder andere Tor machen müssen."
Jan Vennegoor of Hesselink (Rapid-Torschütze zum 1:0): "Ich denke, wir haben gut gespielt, hätten in der zweiten Spielhälfte aber auch mehr Tore machen können. Dieses Spiel hatten wir nötig, es war gut für die Moral. Nun müssen wir am Wochenende nachlegen und wieder drei Punkte holen. Das könnte ein Kickstart für die Saison sein. Auswärts ist es in der Europa League immer schwer. Das war unsere letzte Chance, aber wir haben es gepackt. Heute können wir den Sieg genießen und dann schauen wir weiter."
Gjorgje Jovanovski (ZSKA-Sofia-Trainer): "Rapid hat absolut verdient gewonnen. Ich glaube aber, dass Porto und Besiktas im Aufstiegskampf die höhere Qualität haben, doch Rapid hat mit Glück und einer Steigerung auch noch Chancen. Ich glaube immer noch daran, dass ich das Richtige tue, und werde sicher nicht meinen Rücktritt anbieten."









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