Nach Wien-Wahl 2010

Hälfte der Wiener will Häupl als Stadt-Chef bis 2015

Wien
16.10.2010 11:32
Trotz des Verlusts der Absoluten sitzt SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl weiterhin fest im Sattel - zumindest aus Sicht der Bevölkerung. 48 Prozent der Bundeshauptstädter sprechen sich dafür aus, dass Häupl noch bis zur nächsten Wahl 2015 Stadtoberhaupt bleiben soll. 29 Prozent sind für eine Amtsübergabe innerhalb der nächsten Legislaturperiode, während 17 Prozent für einen sofortigen Rücktritt plädieren. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschers Peter Hajek im Auftrag von ATV.

Hajeks Institut hat nicht nur die Ansicht der Wiener, sondern auch der Österreicher zur Zukunft des Bürgermeisters erhoben; insgesamt wurden 821 Personen befragt. Bundesweit ist Häupls Rückhalt doch deutlich geringer: Hier votiert knapp ein Viertel (24 Prozent) dafür, dass der Landes-SPÖ-Chef abdankt. 36 Prozent sind für einen Verbleib des Stadtoberhaupts bis 2015.

Dies ist allerdings selbst innerhalb der roten Anhänger umstritten. Zwar spricht sich mit 62 Prozent das Gros der SPÖ-Wählerschaft für eine gesamte Legislaturperiode unter Häupls Führung aus, 22 Prozent sind jedoch für eine Ablöse innerhalb der kommenden fünf Jahre und immerhin 7 Prozent fordern, der Bürgermeister solle sofort das Ruder übergeben.

"Häupl hat immer noch einen starken Rückhalt", interpretiert Hajek die Ergebnisse. Dies liege zum einen daran, dass der Bevölkerung ein Abschied nach so langer Amtszeit - Häupl ist seit 1994 Stadt-Chef - schwer falle, und andererseits am Mangel einer Alternative.

44 Prozent der befragten Wiener für Koalition mit FPÖ
Abfragen ließ der Meinungsforscher auch Einstellungen zur Entscheidung der SPÖ, mit den Freiheitlichen keine Regierung bilden zu wollen. 44 Prozent der befragten Wiener - und bundesweit sogar 49 Prozent - sind der Ansicht, die FPÖ sollte aufgrund ihres Wahlerfolgs nicht als Koalitionspartner ausgeschlossen werden. Überraschend: Ein Viertel jener, die die SPÖ gewählt haben, teilen diese Meinung.

Diese Werte würden zeigen, wie sehr die Blauen polarisierten, so Hajek. Die Sozialdemokratie werde in absehbarer Zeit nicht darum herumkommen, ihren Umgang mit der FPÖ zu hinterfragen und sich zu überlegen, vielleicht doch einmal mit den Freiheitlichen zu sprechen. Im Wahlkampf sei die Angst der SPÖ allerdings berechtigt gewesen, bei einer Aufweichung der stringenten Haltung noch mehr Stimmen zu verlieren.

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