Millionenstrafe

Gerechtigkeit für Anleger: Bankchef muss büßen

Ausland
16.10.2010 08:07
Es ist eine der härtesten Strafen im Zusammenhang mit der Finanzkrise: Der ehemalige Chef des einst größten US-Immobilienfinanzierers Countrywide, Angelo Mozilo, muss insgesamt 67,5 Millionen Dollar (48 Millionen Euro) zahlen, weil er seine Aktionäre über die gefährlichen Geschäfte der Firma auf dem Hypothekenmarkt im Unklaren gelassen hatte. Die Anleger verloren daraufhin viel Geld, während Mozilo selbst rechtzeitig ausstieg und reich wurde.

Die amerikanische Börsenaufsicht SEC zog Mozilo nun zur Rechenschaft. Chefermittler Robert Khuzami sprach am Freitag von einer gerechten Strafe. Niemals zuvor hatte die SEC nach eigenen Angaben eine höhere Buße gegen einen Konzernchef verhängt. Das Geld, mit dem zum großen Teil Mozilos Gewinne aus seinen Börsengeschäften abgeschöpft werden sollen, fließt den geschädigten Anlegern zu.

Die SEC belangte zusammen mit Mozilo noch zwei weitere Topmanager. Das Trio wusste nach Ansicht der Börsenaufsicht schon früh um die hohen Risiken, die Countrywide bei seinen Hypothekengeschäften einging. Als die Immobilienblase in den USA schließlich 2007 platzte und viele Hausbesitzer ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen konnten, geriet Countrywide in Not. Schließlich übernahm die Bank of America das Unternehmen 2008.

Immobilienkrise ins Rollen gebracht
Countrywide gilt wegen einer am Ende immer laxeren Kreditvergabe als wesentlich mitverantwortlich für die Immobilienkrise. Daraus erwuchs später die Finanz- und letztlich die Wirtschaftskrise. In Zeiten stetig steigender Häuserpreise hatten selbst diejenigen noch Kredit bekommen, die keinerlei Geld auf der hohen Kante hatten. Dann brach der Markt abrupt zusammen. Die Preise fielen, die Zinsen stiegen, die Zahl der säumigen Schuldner nahm zu.

Illegale Gewinne von rund 140 Millionen Dollar eingestrichen
Am Ende kollabierte der Börsenkurs von Countrywide. Mozilo indes hatte seine Schäfchen laut SEC bereits 2006 ins Trockene gebracht. Auf Basis vertraulicher Informationen soll er illegale Gewinne von rund 140 Millionen Dollar eingestrichen haben. Um einem langwierigen und unkalkulierbaren Gerichtsverfahren aus dem Weg zu gehen, setzte die SEC im Rahmen eines Vergleichs nun aber eine niedrigere Summe an. Ein Richter erteilte der Übereinkunft bereits seinen Segen.

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