Bereits 52 Verhaftete

Betrüger prellten US-Krankenkassen um 163 Millionen

Ausland
15.10.2010 07:49
Ein gigantischer Versicherungsbetrug gegen Krankenkassen ist in den USA aufgeflogen. Eine Bande soll unter anderem 118 Scheinkliniken erfunden und damit 163 Millionen Dollar (116 Millionen Euro) ergaunert haben. Außerdem hatten die Gauner mit Hilfe gestohlener Daten Leistungen abgerechnet, die nie bezogen wurden.

Wie das US-Justizministerium mitteilte, wurde bereits am Mittwoch in den fünf Bundesstaaten Kalifornien, Georgia, New Mexico, New York und Ohio gegen 73 Verdächtige Anklage erhoben, 52 von ihnen wurden von der Bundespolizei FBI verhaftet (Bild).

Hinter dem Betrug soll das amerikanisch-armenische Mirzoyan-Terdjanian-Syndikat stehen, das nach seinen Anführern Davit Mirzoyan und Robert Terdjanian benannt ist. Die Angeklagten stammen demnach zum Großteil aus der ehemaligen Sowjetunion. Ihnen drohen lebenslange Haftstrafen und Geldstrafen von 500.000 Dollar.

Identitäten gestohlen
Die mutmaßlichen Betrüger sollen die Identität von Ärzten und Tausenden von Versicherten gestohlen und durch falsche Abrechnungen mehr als 163 Millionen Dollar erbeutet haben. Dafür sollen sie mindestens 118 Scheinkliniken erfunden haben, die vorgeblich in 25 Staaten tätig waren.

Allein der öffentlichen Kasse Medicare seien mehr als 100 Millionen Dollar für vorgetäuschte medizinische Behandlungen in Rechnung gestellt worden.

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