Die Aktion fand weltweit von 5. bis 12. Oktober statt. In Österreich wurden am 5. Oktober fünf Männer festgenommen. Die Verdächtigen, ein 70-jähriger Wiener, sein 44-jähriger Sohn und drei Geschäftspartner, sollen über Jahre hinweg über einen Nahrungsergänzungsmittel-Shop in Wien illegale Dopingmittel und Medikamente, darunter Stereoide, Wachstumshormone, gefälschtes Viagra etc., an rund 200 Kunden aus dem Bodybuilder-Milieu im Großraum Wien vertrieben haben, sagte Andreas Holzer, der stellvertretende Leiter des Suchtmittelbüros im Bundeskriminalamt (BK): "Seit einigen Monaten wurde aufgrund von Hinweisen gegen die Männer ermittelt."
Die Festnahme erfolgte "auf frischer Tat in ihrem Geschäft", sagte Holzer. Insgesamt gab es bei den Männern 15 Durchsuchungen in Wohnungs- und Geschäftsräumlichkeiten sowie in Fahrzeugen. Geständig zeigten sie sich allerdings nur zu den sichergestellten Substanzen, nicht aber zum Vertrieb.
Versandort von Internetvertrieb ermittelt
Der österreichische Zoll beschlagnahmte sieben Packungen im Postversand. Darin waren 680 Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes, Wurminfektionen und Arthritis enthalten. Die heimische Arzneimittelbehörde konnte von sieben Internetseiten den Versandort eruieren und so mehr als 20.000 von den insgesamt 80.000 sichergestellten Medikamenten, beschlagnahmen. Der Wert davon "beläuft sich auf weit über 200.000 Euro", berichtete Alexander Hönel, Leiter der Medizinmarktüberwachung der AGES.
"Garantie auf sichere Arzneimittel gibt es nur in der Apotheke"
An der weltweiten Operation "Pangea III" nahmen laut Interpol 45 Länder teil: Interpol zufolge wurden weltweit mehr als eine Million Pillen beschlagnahmt mit einem geschätzten Wert von 2,5 Millionen Dollar (1,79 Millionen Euro).
Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) lobte den Erfolg: "Der Internet-Handel mit gefährlichen Arzneimitteln boomt. Mit dem vor kurzem in Kraft getretenen Arzneiwarengesetz haben wir daher dem Bezug von Arzneimitteln über das Internet durch Private einen gesetzlichen Riegel vorgeschoben. (...) Die Garantie auf sichere Arzneimittel gibt es nur in der Apotheke und nicht im Internet."








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