Wien zu begehrt

Rektoren schaffen Tauschoption für Studienplätze ab

Wien
08.10.2010 16:27
Tausende Studenten wären heilfroh, wenn sie überhaupt einen der begehrten Plätze für das Medizinstudium ergattert hätten. Doch viele Hochschüler, die den Aufnahmetest für Innsbruck geschafft haben, sind dennoch nicht zufrieden. Sie wollen viel lieber in Wien lernen. Und so herrscht nun ein reger Handel: Studienplätze werden für viel Geld angeboten und verkauft.

Was vor Jahren als harmloser Tauschhandel begann, ist nun zu einer fragwürdigen Geschäftemacherei verkommen. Denn viele angehende Hochschüler sind mit dem ihnen zugedachten Studienort nicht zufrieden – die meisten zieht es statt nach Innsbruck nach Wien. Und dafür sind sie, wenn es eben sein muss, auch bereit, tief in die Tasche zu greifen.

Für Studienplatz werden bis zu 8.500 € geboten
"Biete für einen Studienplatz in Wien auch einen großzügigen Tauschlohn." Oder: "Ich habe schon 2.000 Euro bezahlt, jetzt suche ich für eine Freundin einen Tauschpartner, sie bietet maximal 2.500 Euro." Zahlreiche Internetforen sind derzeit voll mit solchen eindeutig zweideutigen Einträgen. Teilweise werden für einen Studienplatz bis zu 8.500 Euro geboten oder auch gleich die Mietkosten für ein ganzes Jahr übernommen.

Die Unis sind darüber alles andere als glücklich. "Das ist die Perversion des freien Marktes. Auf unseren eigenen Foren haben wir solche Angebote unterbunden, aber wir können eben nicht alles kontrollieren", so Rudolf Mallinger, Vizerektor der Medizin-Uni Wien. Doch die Rektoren haben bereits die Notbremse gezogen: Ab dem kommenden Jahr wird es die Tauschoption einfach nicht mehr geben.

von Doris Vettermann, Kronen Zeitung

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