30.09.2020 22:35 |

Protest in Regionen

Spanien bereitet Abriegelung von Großstädten vor

Die spanische Zentralregierung hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle hoher Corona-Infektionszahlen angekündigt. Einer Anordnung zufolge, die in den nächsten Tagen in Kraft treten soll, sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte immer dann eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern die 14-Tage-Inzidenz über 500 Neuinfektionen liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Betten auf Intensivstationen zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind.

Gegen die Pläne der Zentralregierung votierten neben Madrid auch Katalonien, Murcia, Galicien und Andalusien. Sprecher dieser Regionen sagten, das Abkommen gelte als zurückgewiesen. Auch Politiker der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Pedro Sanchez äußerten Zweifel über die Rechtmäßigkeit der von Gesundheitsminister Salvador Illa angekündigten Anordnung. Mit der Festlegung einheitlicher Kriterien wollte die linke Zentralregierung in erster Linie den Vorwurf der konservativen Regierung von Madrid kontern, die Region um die Hauptstadt werde aus politischen Gründen diskriminiert und strenger behandelt als andere Regionen Spaniens.

Regionalpräsidentin von Madrid kämpft gegen Lockdown
Die konservative Regionalpräsidentin Madrids, Isabel Diaz Ayuso, weigerte sich bisher wegen der Folgen für die Wirtschaft, die Stadt abzuriegeln. Bisher sind 45 Gebiete Madrids teilweise abgesperrt. Experten haben diese Maßnahmen als unzureichend kritisiert.

Die hohen Infektionszahlen haben Madrid zu einem Brennpunkt der Pandemie in Westeuropa gemacht. Binnen 14 Tagen wurden dort nach Zahlen vom Mittwoch 735 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert. Für ganz Spanien liegt der Wert bei 284. Ein Fünftel aller Corona-Tests in Madrid fällt positiv aus, die Betten auf Intensivstationen sind zu mehr als 40 Prozent mit Corona-Patienten belegt.

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