27.09.2020 15:20 |

Benko-Projekt

ÖVP scheitert in Bregenz, Kaufhaus-Abwahl in Lech

Bregenz wird nach 30 Jahren wieder von einem roten Bürgermeister regiert: Der 52-jährige SPÖ-Politiker Michael Ritsch setzte sich am Sonntag in der Bürgermeister-Stichwahl mit 51,67 Prozent der Stimmen gegen den 60-jährigen amtierenden ÖVP-Bürgermeister Markus Linhart durch. Über ein gewaltiges Immobilien-Projekt im Umfeld von René Benko stolperte indes der Bürgermeister von Lech, Ludwig Muxel. Er war seit 1993 (!) im Amt.

Sowohl in Bregenz als auch in Hard dürften die Stimmen der Grün-Wähler den Ausschlag gegeben haben. In Bregenz holte Ritsch einen Rückstand von knapp 900 Stimmen auf Langzeitbürgermeister Linhart (seit 1997) auf, obwohl Linhart in einem Brief an die Bürger versprochen hatte, im Falle eines Erfolgs die schwarz-grüne Koalition fortzusetzen. In Hard baute Staudinger seinen kleinen Stimmenvorsprung aus dem ersten Wahlgang zu einem Erdrutschsieg aus.

Ära geht wegen Immobilien-Projekt zu Ende
In Lech ist indes Langzeit-Bürgermeister Ludwig Muxel, der seit 27 Jahren (!) im Amt war, über ein umstrittenes Immobilien-Großprojekt gestolpert. Muxel war mit René Benko in Gesprächen, das neue Gemeindezentrum des Ortes nicht nur mit einem Gemeindesaal, Proberäumen oder Tourismus-Büros zu füllen. Sondern auch mit Geschäftsflächen. Das Gemeindegebäude wäre effektiv zu einem riesigen Einkaufszentrum geworden. Genug, um Muxel nach fast drei Jahrzehnten das Amt zu kosten.

Wallner: Bürgermeisterwechsel in Bregenz „schmerzhaft“
Vorarlbergs Landeshauptmann und ÖVP-Landesparteichef Markus Wallner bezeichnete den Wechsel des Bürgermeisteramts in Bregenz von der ÖVP zur SPÖ als „schmerzhaft, da muss man nichts beschönigen“. Der Ansporn müsse sein, „das in fünf Jahren wieder zu ändern“, und die Arbeit dafür müsse sofort beginnen. Einen durchgängigen Trend gegen die ÖVP konnte Wallner bei der nun geschlagenen Vorarlberger Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl dennoch nicht erkennen.

ÖVP-Newcomer (28) wird Stadtchef von Bludenz
Beinahe hätte in Bludenz SPÖ-Kandidat Mario Leiter das „Double“ zu einem „Triple-Erfolg“ ausgebaut, doch blieb er letztendlich 222 Stimmen hinter ÖVP-Newcomer Simon Tschann zurück. Der 28-jährige Tschann wird dadurch zum aktuell jüngsten Bürgermeister Vorarlbergs. Ungefährdet blieb ÖVP-Bürgermeister Wolfgang Matt in Feldkirch - ein kleiner Trost für die Volkspartei. Neben Feldkirch und Bludenz ist Dornbirn die einzige verbliebene Stadt mit einem ÖVP-Oberhaupt (Andrea Kaufmann). Vor fünf Jahren ging bereits Hohenems an die FPÖ (Dieter Egger) „verloren“.

Augenarzt als erster grüner Bürgermeister in Vorarlberg
Der 57-jährige Augenarzt Frank Matt wird der erste grüne Bürgermeister Vorarlbergs. Er setzte sich am Sonntag in Lochau am Bodensee in der Stichwahl, die in sechs Kommunen abgehalten wurde, gegen Amtsinhaber Michael Simma (61, ÖVP) durch. Matt wandelte einen Rückstand von 151 Stimmen im ersten Wahldurchgang nunmehr in einen Vorsprung von 224 Stimmen um. Während ihm 1366 Bürger das Vertrauen aussprachen (54,47 Prozent Stimmenanteil), kam Simma auf 1142 Stimmen (45,53 Prozent).

Beim ersten Wahlgang am 13. September war Matt noch beinahe sieben Prozentpunkte hinter Simma zurückgeblieben. Der seit 2014 amtierende Bürgermeister Simma hatte 1024 Stimmen (47,36 Prozent) erhalten, Matt 873 Stimmen (40,38 Prozent). Die Wahlbeteiligung nahm gegenüber dem ersten Wahlgang um 3,91 Prozentpunkte auf 51,71 Prozent zu (13. September: 47,80 Prozent).

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