25.09.2020 06:00 |

Strache-Security:

„Rund um die Uhr für private Gschichtn“

Der Justiz-Akt zur Spesenaffäre des gestürzten FPÖ-Chefs offenbart ein weiteres Sittenbild: Heinz-Christian Straches früherer Bodyguard musste etwa nur für die Bezahlung einer Restaurantrechnung 40 Kilometer mit dem Auto zurücklegen. „Rund um die Uhr für private Gschichtn“, packte der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft aus.

In der Einvernahme schilderte der einstige Sicherheitsmann freimütig: „Es war bis in die höchste Führungsebene der Partei so, dass den Wünschen von Strache einfach entsprochen worden ist. Es gab keinen Widerspruch ihm gegenüber. Das einzige Regulativ war (Herbert) Kickl.

24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche
Der blaue Parteichef habe rund um die Uhr Vorgaben erteilt. „24 Stunden, sieben Tage die Woche für private Gschichtn, für alles“, schimpfte der Ex-Leibwächter in einem überwachten Telefongespräch mit einer Mitarbeiterin der Bundespartei nach dem Auffliegen des Ibiza-Skandals.

Sonntagsfahrt, um Rechnung zu zahlen
So habe ihm der damalige FPÖ-Chef an einem Sonntagabend plötzlich ein SMS geschickt und ihn aufgefordert, in ein Lokal nach Wien-Döbling zu kommen. Der einzige Grund „für meinen Fahrtweg von etwa 40 Kilometern hin und retour“: die Rechnung im Restaurant von Strache und Ehefrau Philippa zu bezahlen.

Hätte er die Order nicht befolgt, wäre der Bodyguard vermutlich binnen kürzester Zeit ersetzt worden. Ein weiteres Sittenbild des „Vertreters des kleinen Mannes“ im Umgang mit Mitarbeitern.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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